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Hamburg: Landesstelle fordert bessere Finanzierung der Suchtberatung

Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) fordert eine angemessene Finanzierung der Suchtberatung. Bundesweit sehe sich die Suchthilfe mit unsicheren Finanzierungsbedingungen, akutem Stellenabbau, zunehmendem Fachkräftemangel und gleichzeitig steigendem Beratungsbedarf konfrontiert, durch politische Kürzungen würden diese Herausforderungen verschärft, teilte die HLS anlässlich des bundesweiten Aktionstags Suchtberatung (9. November) mit. Der Tag steht unter dem Motto „Suchtkrankenhilfe – kommunal wertvoll“.

Die HLS spricht von einem fatalen Signal an Betroffene: Abhängigkeitserkrankungen schienen nicht den Stellenwert zu haben, der notwendig sei, um ihnen angemessen vorzubeugen und sie zu behandeln. Auch die Suchthilfe in Hamburg habe in den vergangenen zehn Jahren einen spürbaren Stellenabbau hinnehmen müssen, steigende Energiekosten machten die ohnehin unzureichende Finanzierung der Suchtberatungsstellen noch unsicherer. In der Folge müssten viele Betroffene und ihre Angehörigen trotz erheblichen Leidensdrucks zum Teil wochen- bis monatelange Wartezeiten für einen ersten Beratungstermin in Kauf nehmen.

Ein bedingungsloser Zugang zu den Angeboten ist laut HLS entscheidend, um sicherzustellen, dass Betroffene und ihre Angehörigen unabhängig von sozialen oder wirtschaftlichen Faktoren Unterstützung erhalten. „In erster Linie geht es um die Gesundheit der Betroffenen, Sucht wird gesellschaftlich immer noch nicht als die Krankheit wahrgenommen, die sie ist, sondern häufig mit persönlichem Versagen in Verbindung gebracht“, sagte HLS-Geschäftsführerin Sarah Kessler.

Daneben sei Suchthilfe volkswirtschaftlich von enormer Bedeutung, betonte Kessler. So zeige eine Studie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, dass die durch die Suchtberatung eingesparten gesellschaftlichen Kosten die aufgewendeten Mittel um mehr als das Zehnfache übersteigen.

Im Mittelpunkt des Aktionstags stehen die bundesweit rund 1.300 Suchtberatungsstellen, die laut HLS jährlich über eine halbe Million Abhängigkeitserkrankte und ihre Angehörigen beraten, begleiten, unterstützen und stabilisieren. Der Tag wird von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen organisiert und steht unter Schirmherrschaft des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert.