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Hamburg: Klinik startet Antikörpertherapie gegen Alzheimer-Demenz

Menschen im frühen Alzheimer-Stadium können ab sofort in der Hamburger Asklepios Klinik Nord mit einem Antikörperwirkstoff behandelt werden. Dieser soll den Verlauf der Erkrankung verlangsamen, wie die Klinik am Donnerstag mitteilte. Das ambulante Angebot mit den Antikörper-Wirkstoffen Lecanemab und in Kürze auch Donanemab zähle zu den ersten in Deutschland. Die Lecanemab- Infusionen erfolgen in 14-tägigem Abstand als Dauerbehandlung. In Hamburg leben aktuell etwa 35.000 Menschen mit Demenz.

„Erstmals können wir nicht nur Symptome lindern, sondern den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass sie ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität länger bewahren können“, sagte Günter Seidel, Chefarzt der Neurologie in der Asklepios Klinik Nord. Die Therapie eigne sich für Menschen, die Gedächtnisprobleme aufweisen, aber noch weitgehend selbstständig im Alltag sind. Patienten in fortgeschritteneren Alzheimer-Stadien helfe die Behandlung nicht.

Lecanemab wurde als erster Antikörper im April 2025 in der Europäischen Union zugelassen und kam im September 2025 in Deutschland auf den Markt. Klinische Studien hätten gezeigt, dass bei Patientinnen und Patienten durch 14-tägige Infusionen der kognitiven Abbau messbar verlangsamt werden konnte, hieß es. „Es handelt sich nicht um eine Wunderlösung, aber für Patientinnen und Patienten im frühen Stadium kann jede gewonnene Zeit von Lebensqualität und Selbstständigkeit enorm wertvoll sein“, sagte Axel Wollmer, Chefarzt der Gerontopsychiatrie.