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Hähnchenmäster verliert nach Anzeige Tierwohl-Siegel

Nach Strafanzeigen gegen einen Hähnchenmastbetrieb in Jena wegen Tierquälerei und Verstößen gegen hygiene- und seuchenschutzrechtliche Vorschriften ist dem Betrieb das Siegel „Initiative Tierwohl“ entzogen worden. Außerdem habe der Hauptabnehmer des Fleisches, die Supermarktkette Rewe, die Zusammenarbeit mit dem Betrieb beendet, ebenso Penny, teilte der Tierschutzverein „Aninova“ (vormals Tierschutzbüro) am Mittwoch mit. Die Firma Astenhof, unter deren Name das Fleisch in den Handel kam, habe in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass den Personen gekündigt worden sei, die in verdeckt entstanden Videoaufnahmen bei Tierquälereien zu erkennen waren.

Aninova hatte am Dienstag von den Strafanzeigen berichtet. Die Staatsanwaltschaft Gera hatte dies auf epd-Anfrage bestätigt. Die Polizei Jena habe die Ermittlungen aufgenommen. „Ich halte dies für einen ersten Schritt, aber es löst das Problem nicht, denn solange Tiere gemästet werden, solange wird es Tierquälerei geben“, sagte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von Aninova.

Der Mastbetrieb zählt laut Aninova zu den größten in Deutschland. In 50 Hallen würden dort rund eine Million Hühner gehalten und etwa zehn Millionen Hühner pro Jahr gemästet. Die mit versteckter Kamera entstandenen Bilder zeigten Hunderte von Gesetzesverstößen, vor allem bei sogenannten Nottötungen von Tieren. Die Aufnahmen stammten von zwei „Ermittlern“ von Aninova, die sich in dem Betrieb anstellen ließen, um die Verstöße zu dokumentieren. „Solch eine Brutalität habe ich selten gesehen“, sagte Peifer.