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Günstig, lecker, regional – Darauf legen Deutsche beim Essen wert

Schmecken muss es, und auch günstig sein? Der Ernährungsreport der Bundesregierung zeigt, was den Menschen in Deutschland beim Essen am wichtigsten ist. Vieles bleibt seit Jahren gleich, doch es gibt deutliche Tendenzen.

Der Geschmack ist den Menschen in Deutschland nach wie vor am wichtigsten beim Essen. Für 98 Prozent der Bundesbürger sollte ihr Essen in erster Linie gut schmecken, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Ernährungsreport des Bundesernährungsministeriums hervorgeht. Auch beim Einkauf ist Geschmack für 93 Prozent ausschlaggebendes Kriterium. Daneben weist der Bericht auch auf mehr Orientierung an günstigen Preisen sowie ein gleichbleibendes Interesse an vegetarischen und veganen Produkten hin.

Für den Ernährungsreport “Deutschland, wie es isst” hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa den Angaben zufolge rund 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

Demnach ist der Anteil der Deutschen, die beim Kauf von Lebensmitteln auf günstige Preise achten, wieder gestiegen. Mit 59 Prozent sei in etwa der Wert vom ersten Ernährungsreport aus dem Jahr 2015 erreicht, damals waren es 58 Prozent. Zwischenzeitlich war der Wert im Jahr 2020 auf 46 Prozent gesunken. Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) sprach sich deshalb bei der Vorstellung des Berichts gegen zusätzliche Aufschläge auf Lebensmittel aus. “Mir ist wichtig, dass Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben”, so Rainer.

Weitere wichtige Faktoren beim Lebensmitteleinkauf sind neben Preis und Geschmack Saisonalität, Regionalität und Tierwohl. So achteten 79 Prozent der Deutschen darauf, vor allem saisonales Obst und Gemüse zu kaufen. Jeweils 77 Prozent sind zudem die regionale Herkunft der Produkte und die Haltungsform der Tiere bei der Auswahl wichtig. 71 Prozent achteten zudem darauf, möglichst fair gehandelte Waren zu kaufen, mit 70 Prozent ziehen fast genauso viele ökologisch produzierte Lebensmittel vor.

Bei der Auswahl regionaler Lebensmittel sind laut Bericht Obst und Gemüse sowie Eier mit jeweils 83 Prozent die wichtigsten Sparten. Dahinter folgten mit 80 Prozent Backwaren, Fleischerzeugnisse mit 71 Prozent und Milchprodukte mit 64 Prozent. Bei Knabbereien und Süßigkeiten ist nur noch 8 Prozent die Regionalität wichtig.

“In der großen Wertschätzung für regionale Produkte steckt eine echte Chance für die Betriebe in unserem so vielfältigen Land mit seiner ebenso vielfältigen Land- und Ernährungswirtschaft”, erklärte Rainer. “Entscheidend ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einer regional verankerten, ausgewogenen Ernährung haben.”

Nur leicht zurückgegangen ist demnach das Interesse an veganen oder vegetarischen Ersatzprodukten. So gaben 34 Prozent an, häufiger bewusst solche Produkte gekauft zu haben, im vergangenen Jahr waren es 39 Prozent. Vor fünf Jahren lag der Wert allerdings noch bei 29 Prozent. Hauptargument für den Kauf von Ersatzprodukten sei in fast allen Altersklassen Neugier, außer bei den 14- bis 29-Jährigen, für die der Tierschutz an erster Stelle stand.

Mit 72 Prozent gab zudem eine große Mehrheit an, gerne zu kochen. Täglich kochen laut Bericht immerhin 43 Prozent und 37 Prozent noch zwei bis drei Mal die Woche. Gar nicht selbst kochten noch 9 Prozent. Diese Werte sind in den vergangenen Jahren mehr oder weniger gleich geblieben, wie es hieß. Zudem gebe es eine Verbindung zum Wohnort: Während in kleineren Dörfern mit 53 Prozent noch mehr als die Hälfte der Einwohner täglich kocht, nehme dieser Wert mit der Größe der Stadt sukzessive ab. In den Großstädten seien es nur noch 39 Prozent, die täglich kochten.