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Greenpeace: Weiterhin gefährliche Chemikalien in Shein-Kleidung

Laut Greenpeace Deutschland stecken in der Kleidung des chinesischen Online-Textilhändlers Shein weiterhin gefährliche Chemikalien. Ein neuer Report zeigt, dass 18 von insgesamt 56 untersuchten Kleidungsstücken (32 Prozent) Chemikalien enthielten, die die Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung (REACH) teils extrem überschreiten, wie Greenpeace am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Betroffen sei auch Kinderkleidung der Fast-Fashion-Marke.

Ein unabhängiges Labor habe unter anderem Weichmacher sowie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nachgewiesen, die mit verschiedenen Krankheiten wie Krebs, Fortpflanzungsstörungen und Wachstumsstörungen bei Kindern in Verbindung gebracht würden. So hätten sieben Jacken die PFAS-Grenzwerte der EU um bis zu 3.300-fach überschritten.

Neben der Belastung für Arbeiterinnen, Arbeiter und der Umwelt in Produktionsländern könne dies auch für Kundinnen und Kunden gefährlich sein: Über Hautkontakt, Schweiß oder eingeatmete Fasern kämen sie mit den Chemikalien in Berührung, zudem würden schädliche Stoffe beim Waschen und Entsorgen in Flüsse, Böden und in die Nahrungskette gelangen.

„Shein steht für ein krankes System aus Überangebot, Profitgier und der Vermüllung der Welt”, sagt Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft. Bereits 2022 hatte Greenpeace in sieben von 47 getesteten Produkten Chemikalien oberhalb der EU-Grenzwerte nachgewiesen. Shein habe zuletzt Anfang des Jahres betont, sein Chemikalienmanagement deutlich verbessert zu haben. Der aktuelle Report zeige, dass diese freiwillige Selbstverpflichtung “wertlos” sei, sagt Jäger-Roschko.

Nach Angaben des Reports ist Shein.com mit 363 Millionen Besuchen pro Monat die meistbesuchte Mode-Website der Welt, auf der Plattform gibt es über 500.000 Modelle gleichzeitig. Jäger-Roschko: “Um die Kleiderflut aufzuhalten und Hersteller endlich in die Verantwortung zu nehmen, braucht es ein starkes Anti-Fast-Fashion-Gesetz.”