Greenpeace: Business-Class-Flug viermal klimaschädlicher als Economy

Besonders klimaschädliche Flüge sollten teurer werden, fordert Greenpeace und kritisiert die Bundesregierung. Diese hatte angekündigt, die Flugticketsteuer in Deutschland zu senken.

Wer auf Langstreckenflügen in der Business-Class und nicht Economy fliegt, verursacht laut einer Untersuchung von Greenpeace vier- bis fünfmal so viele Treibhausgase. Zwar nutzen nur 14 Prozent der Reisenden das Luxussegment, verursachen aber 36 Prozent der Emissionen, wie aus dem am Mittwoch in Wien veröffentlichten Bericht hervorgeht. In der Kategorie Premium-Economy sei der Klimaschaden um immerhin 50 Prozent erhöht.

Grund dafür sei in erster Linie der Platz, den ein Sitz in der Luxusklasse einnehme im Vergleich zu einem Standardsitz. "Wer auf unser aller Kosten derart klimaschädlich reisen will, sollte auch angemessen dafür zahlen müssen", forderte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Lena Donat. Deutschland und die EU bräuchten so schnell wie möglich eine Klimaabgabe auf entsprechende Tickets. In Frankreich und Großbritannien gebe es solche Abgaben bereits.

Auf der Weltklimakonferenz COP30 forderten unter anderen Spanien, Frankreich und Kenia eine zusätzliche Gebühr für Flüge in der Business-Class oder in Privatjets. Greenpeace kritisiert, dass in Deutschland hingegen parallel zur COP30 angekündigt wurde, die Flugticketsteuer ab Juli 2026 zu senken.

Laut Berechnungen von Greenpeace könnte eine zusätzliche Abgabe europaweit jährlich zu Mehreinnahmen von bis zu 3,3 Milliarden Euro führen, die in den Ausbau des innereuropäischen Zugverkehrs investiert werden könnten. Für die Mehrheit der Reisenden wäre das nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Für die Studie analysierte die Berliner Denkfabrik T3 Langstreckenflüge von 24 Fluggesellschaften, die 2024 in 44 europäischen Ländern gestartet waren.

👋 Unser Social Media