Gohl: Religiöse Gleichgültigkeit ist Herausforderung für Kirche

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, sieht in der religiösen Gleichgültigkeit vieler Menschen eine der großen Herausforderungen für die Kirche in den nächsten Jahren. „Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten daran gewöhnt, dass unser Dienst Anerkennung in der Gesellschaft erfährt“, sagte er am Samstag in seiner Predigt anlässlich der Eröffnung der 17. Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Stuttgart laut Redemanuskript.

„Viele denken bis heute so“, sagte Gohl weiter: „Aber eine schweigende Mehrheit ist wenig bis gar nicht interessiert oder lehnt sogar unseren Dienst ab.“ Im Alltag habe man es oft gar nicht mehr mit „feurigem Atheismus“ zu tun, sondern „einer Gleichgültigkeit und dem Gefühl, dass nichts im Leben fehlt, wenn Gott fehlt.“

Der Bibeltext aus 2. Korinther 6 erinnere aber auch daran, dass christlicher Dienst in anderen Teilen der Welt nur unter großer Lebensgefahr getan werden könne. Die Situation dieser verfolgten und bedrängten Christen seien in der vergangenen Synode deutlich thematisiert worden. Man habe gemeinsam für die Glaubensgeschwister in Nigeria, China, Syrien und anderen Orten gebetet und versucht, sie nach Möglichkeiten zu unterstützen, sagte Gohl: „Im Vergleich zu ihnen leben wir hier in geradezu paradiesischen Zuständen. Das macht mich nachdenklich. Und ein größeres Maß an Demut täte uns gut.“ (0533/28.02.2026)

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