Unter dem Titel „Nachgefragt: Unrecht gesammelt?“ zeigt das Göttinger Wissenschaftsmuseum „Forum Wissen“ eine Sonderausstellung zum Thema Provenienz- oder Herkunftsforschung in den Museen und Sammlungen Südniedersachsens. Die Provenienzforschung untersucht die Geschichte, Eigentumsverhältnisse und Herkunft von Museumsobjekten, überprüft ihre Echtheit und hinterfragt, unter welchen ethischen und rechtlichen Umständen sie in das jeweilige Museum gelangt sind. Die Ausstellung läuft vom 12. Dezember bis zum 17. Mai.
Viele der präsentierten Objekte seien den ursprünglichen Besitzern während der NS-Diktatur unrechtmäßig entzogen worden, hieß es – weil sie Juden, Freimaurer oder Zwangsarbeiter waren oder der Arbeiterbewegung angehörten. Auch sogenannte „Human Remains“ aus den ehemaligen deutschen Kolonien sowie ethnologische Objekte, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von Tierfängern mitgebracht wurden, sind den Angaben zufolge Teil der Ausstellung.
Die Schau hebe hervor, dass viele Dinge aus heutiger Sicht unrechtmäßig in unsere Museen gelangt seien, hieß es weiter. Sie mache auch die Menschen sichtbar, die eine persönliche Verbindung zu diesen Objekten hatten. Großformatige Illustrationen der Kasseler Künstlerin Melanie Lüdtke ermöglichten einen emotionalen Zugang zu diesen Personen, von denen heute meist nur noch wenige schriftliche Zeugnisse existierten.
Das „Forum Wissen“ ist eine Einrichtung der Universität Göttingen. Während der Laufzeit der Ausstellung gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm. Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei.