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Gössl: Die Endlichkeit des Lebens relativiert manches

Der ernannte Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat zum Jahreswechsel dazu aufgerufen, den Gedanken an die Endlichkeit des irdischen Lebens zu kultivieren. “Wir müssen uns daran erinnern, dass unser Leben endlich ist, weil sich dadurch manches relativiert, was sich sonst als ungeheuer wichtig in unser Leben drängt”, sagte der Weihbischof am Silvesterabend im Bamberger Dom. Eine solche Einstellung könne davor bewahren, überzuschnappen und überheblich zu werden. Zugleich öffne sie den Blick auf die Hoffnung auf das unendliche Leben bei Gott in der Ewigkeit.

Für das Erzbistum rief Gössl das Jahresmotto “End-lich Leben” aus. Damit werde einerseits die Begrenztheit des Lebens aufgezeigt und zugleich darauf hingewiesen, dass erst jenseits der Schwelle des Todes ein Leben in Fülle möglich sei. “Erst in der Gemeinschaft mit Gott finden wir ein Leben, das diese Bezeichnung wirklich verdient. Erst dort werden wir endlich leben.”

2024 jährt sich zudem der 1.000. Todestag des Bistumspatrons Kaiser Heinrich II., der mit seiner Frau Kaiserin Kunigunde das Bistum gegründet hat. Heinrich sei die Endlichkeit seines Lebens bewusst gewesen, zumal er keine eigenen Nachkommen gehabt habe, so Gössl. “Vieles in Heinrichs Leben passt nicht zur Aufgabenbeschreibung eines Heiligen. Aber was ihn zum Heiligen macht, ist das tiefe Vertrauen in die Gegenwart und Hilfe Gottes.”

Das Leben auf der Erde werde in Zukunft bescheidener und begrenzter werden müssen, fügte der Weihbischof hinzu. “Anders werden wir die ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen nicht meistern können.” Das könne aber gelingen, wenn immer mehr Menschen beherzigten, dass das Leben nicht in möglichst großem Besitz und Luxus bestehe, sondern in der Gemeinschaft mit Gott.