Das Dreiergeläut der Naumburger Stadtkirche St. Wenzel ist wieder zu hören. Ab Montagabend sollten die Glocken wieder erklingen, wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte. Nach erfolgreichen Reparaturen sollte um 17.20 Uhr die gut einjährige Stille endlich beendet werden. Die Kosten in Höhe von 16.500 Euro konnten durch Spenden und Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde finanziert werden.
Eine Fachfirma aus Kölleda (Thüringen) hatte die Arbeiten ausgeführt. So mussten ein neuer, handgeschmiedeter Klöppel angefertigt und poröse Anschlagstellen in den Glocken nachgearbeitet werden. Nach Angaben der Stadt Naumburg wurde zudem eine elektrische Läuteanlage eingebaut, um ein sanftes Anfahren und Abbremsen sowie ein materialschonendes Läuten der historischen Glocken zu ermöglichen.
Das wohlklingende Dreiergeläut von St. Wenzel wurde den Angaben zufolge im Jahr 1518 von dem Freiberger Glocken- und Geschützhersteller Matthias Hilliger gefertigt. Über das Geläut für Naumburg sagte der Glockensachverständige der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Christoph Schulz: „Die Gussqualität, besonders die Oberfläche, ist atemberaubend glatt und ohne Fehler. Die Zierbänder sind so gut ausgeführt, dass man kaum Übergänge sehen kann. Die Halbreliefs zeigen starke künstlerische Qualität.“ Das Dreiergeläut von St. Wenzel sei in Sachsen-Anhalt wohl das einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Geläut aus einem Guss.