Vor den anstehenden Castor-Transporten durch NRW pochen Gewerkschaftsvertreter der Polizei auf ein Sicherheitskonzept für die eingesetzten Beamten. Bevor die geplanten Transporte „wirklich rollen können, erwarten wir ein umfängliches und mitbestimmtes Arbeitsschutz- und Strahlenkonzept“, sagte der NRW-Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Patrick Schlüter, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) in Düsseldorf. 152 Castoren mit Atommüll sollen aus dem Forschungszentrum Jülich ins Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus transportiert werden.
Der GdP-Landesvorsitzende verwies auf vergangene große Castor-Transporte, bei denen die Beamten nur kurz in unmittelbarer Nähe der Castoren eingesetzt werden durften und dann abgelöst werden mussten. „Gilt das auch diesmal? Ehe all unsere Fragen dazu nicht beantwortet sind, wäre eine Hauruck-Aktion völlig untragbar“, betonte der Gewerkschaftsvertreter.
Zudem sei die Einschätzung der zu erwartenden Proteste schwierig. Die Polizei müsse „auf alles vorbereitet sein“, sagte Schlüter. Als schlimmstes Szenario bezeichnete er eine stunden- oder tagelange Blockade des Transports durch Demonstranten. Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW appellierte an die Protestbewegung, nichts zu unternehmen, was den Transport in irgendeiner Form gefährde. Er gehe davon aus, dass die Transporte ohne Ankündigungen starten werden.
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte im August die Genehmigung der Castor-Transporte durch NRW erteilt. 152 Behälter mit rund 300.000 Brennelementekugeln sollen nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden, da die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich ausgelaufen ist. Wann die Transporte starten, ist noch unklar. Vor dem Verwaltungsgericht Berlin ist derzeit eine Klage des BUND NRW gegen die Transportgenehmigung anhängig.