In Mexiko-Stadt gehen 20.000 Menschen auf die Straße. Auslöser der Demonstrationen sind die wachsende Macht der Drogenkartelle und ein Mord an einem Bürgermeister, der sich der organisierten Kriminalität entgegenstellte.
Mehrere zehntausend überwiegend junge Menschen haben am Samstag (Ortszeit) in Mexiko-Stadt gegen die Regierung der linksgerichteten Präsidentin Claudia Sheinbaum demonstriert. Im Regierungsviertel kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einem Teil der Protestierenden. Einigen Demonstranten durchbrachen eine Absperrung zum Nationalpalast.
Die Angaben über die Verletzten schwanken laut mexikanischen Medienangaben zwischen 40 und 120 Personen; mindestens 20 Teilnehmer wurden verhaftet. Präsidentin Sheinbaum kritisierte die Gewalt und rief dazu auf, friedlich zu demonstrieren. Im Vorfeld hatte sie der Bewegung vorgeworfen, fremdgesteuert zu sein. Die Teilnehmer reagierten darauf mit Sprechchören wie “Ich bin kein Bot”.
Die Proteste richteten sich gegen die herrschende Unsicherheit im Land, die Gewalt der organisierten Kriminalität und Probleme in der Gesundheitsversorgung. Zu der Demonstration aufgerufen hatte die “Generation Z” in den Sozialen Netzwerken. Unter den Teilnehmern war auch die Großmutter von Carlos Manzo, des vor wenigen Wochen ermordeten Bürgermeisters von Urapan aus den Bundesstaat Michoacán.
Der Mord hatte landesweit Entsetzen ausgelöst und zu Massenprotesten in der Unruheprovinz geführt. Manzo hatte einen “Krieg gegen die Drogenkartelle” erklärt und angekündigt, wegen der Gewalt in Uruapan einen zivilen Aufstand anführen zu wollen. Die Familie des Bürgermeisters wirft der Regierung vor, trotz Morddrohungen nicht ausreichend für den Schutz des Kommunalpolitikers gesorgt zu haben.