Hitzewallungen, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen: All dies kann Frauen in den Wechseljahren zu schaffen machen. Arbeitgeber sollten dafür mehr Verständnis zeigen, fordert Gesundheitsministerin Judith Gerlach.
Zum "Tag der Arbeit" hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) bei Unternehmen für mehr Offenheit hinsichtlich des Themas Wechseljahre geworben. "Es ist auch im Interesse der Arbeitgeber, Mitarbeiterinnen mit Wechseljahresbeschwerden zu unterstützen", sagte Gerlach. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels sei es wichtig, dass erfahrene Arbeitskolleginnen nicht aufgrund von fehlendem Verständnis ausfielen. Zu den häufig auftretenden Beschwerden zählten etwa Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Probleme beim Konzentrieren, Leistungsverlust und Stimmungsschwankungen.
In einer 2023 veröffentlichten Studie der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht gab der Mitteilung zufolge jede vierte der befragten Frauen über 55 an, wegen Symptomen der Wechseljahre beruflich kürzer zu treten. Fast ein Drittel der Frauen berichtete zudem, aufgrund von Symptomen schon einmal krankgeschrieben gewesen zu sein oder unbezahlten Urlaub genommen zu haben. Stark ausgeprägte Wechseljahresbeschwerden könnten auch in vorzeitigen Ruhestand münden. So wiesen erste Studien darauf hin, dass bis zu zehn Prozent der betroffenen Frauen sich entschieden, früher in den Ruhestand zu gehen.
Arbeitgeber könnten die betroffenen Frauen durch gezielte Programme im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützen, empfahl die Ministerin. Dazu gehörten etwa Tipps für Stressbewältigung, Ernährung oder Bewegung. Auch Schulungen und Sensibilisierungsprogramme für Beschäftigte und Vorgesetzte könnten helfen. Werden Wechseljahresbeschwerden als sehr stark und belastend empfunden, sollte die Frauenärztin oder der Frauenarzt angesprochen werden. Auch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte könnten zur Seite stehen.
In Bayern waren der Mitteilung zufolge 2023 rund 1,5 Millionen Frauen im Alter von 45 bis 64 Jahren erwerbstätig und damit im ungefähren Alter der Wechseljahre. Dies entspricht rund 44 Prozent aller erwerbstätigen Frauen im Freistaat. Gerlach empfahl offen über die Wechseljahre zu reden. Diese seien keine Krankheit, sondern eine natürliche Lebensphase, die jede Frau durchlaufe.