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Primärarztsystem: Ministerin Warken offen für neue Gebühr

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erwägt eine Patientengebühr für Direktbesuche bei Fachärzten. Ziel ist eine stärkere Steuerung über Hausärzte und Kostensenkung im Gesundheitssystem.

Gesundheitsministerin Warken erklärt Konzept des Primärarztsystems
Gesundheitsministerin Warken erklärt Konzept des PrimärarztsystemsImago / Bernd Elmenthaler

In der Debatte um Einsparungen im Gesundheitssystem hat sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) offen für eine neue Patientengebühr gezeigt. Aus ihrer Sicht sei es denkbar, „dass Patienten, die aus dem Primärarztsystem ausscheren wollen und nicht zuerst zum Hausarzt gehen, eine Gebühr entrichten müssen“, sagte sie der Düsseldorfer Rheinischen Post. Solche Überlegungen müssten offen diskutiert werden, auch innerhalb der schwarz-roten Koalition. Eine Vorstellung zur Höhe einer solchen Patientengebühr äußerte sie nicht.

Primärarztsystem soll Patientensteuerung und Kosten senken

In der Patientensteuerung sieht die Gesundheitsministerin ein zentrales Element, um Kosten zu senken. „Das Primärarztsystem haben wir als Koalition in der Planung, bei dem die Menschen nicht uneingeschränkt direkt zum Facharzt sollen“, erklärte sie. Allerdings sei sie skeptisch, ob sich das allein über eine neue Form der Praxisgebühr lösen lassen werde.

Mit einem sogenannten Primärarztsystem will die Bundesregierung dafür sorgen, dass der Hausarzt erste Anlaufstelle ist, damit Patienten schneller Termine bei Fachärzten bekommen. Die Haus- und Kinderarztpraxen sollen gegebenenfalls einen Bedarf für einen Facharztbesuch feststellen und Termine zeitnah vermitteln.