Artikel teilen:

Generalvikar Plettenbergs Abschied – Das steckt hinter dem Rückzug

2026 übernimmt Tim Sturm das Amt des Generalvikars im Bistum Trier. Der Abschied von Ulrich Graf von Plettenberg markiert einen Einschnitt. Warum der Wechsel nach neun Jahren nun ansteht.

Nach mehr als neun Jahren gibt Ulrich Graf von Plettenberg das Amt des Generalvikars im katholischen Bistum Trier ab. Dies erfolgte auf eigenen Wunsch, wie die Pressestelle des Bistums am Montag erklärte. Tim Sturm wird nach Ostern 2026 neuer Generalvikar. Er übernehme auf persönliche Bitte des Bischofs die Aufgabe des Generalvikars “in einer Zeit, in der die katholische Kirche in unserem Land eine neue Gestalt gewinnt”, teilte Bischof Stephan Ackermann mit. Als Generalvikar wird der 1986 geborene Sturm der persönliche Stellvertreter des Bischofs in allen Verwaltungsangelegenheiten und handelt mit gleicher Vollmacht.

Ackermann zeigte sich überzeugt davon, dass Sturm anstehende Aufgaben beherzt angehe – “gemeinsam mit den Mitarbeitenden im Generalvikariat und in der Fläche des Bistums, den vielen ehrenamtlich Engagierten und unseren Kooperationspartnern in Politik und Gesellschaft.” Mit ihm komme ein junger Priester, der sich in seinen bisherigen Aufgaben, unter anderem als Leiter der Priesterausbildung, offen, gut strukturiert und innovativ gezeigt habe.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Sturm, 1986 in Mainz geboren und 2012 in Trier zum Priester geweiht, neuer Leiter der Priesterausbildung. Zuvor war er Leiter “Glaube und Berufung” der Abteilung Jugend im Bistum.

Sturms Vorgänger von Plettenberg, Jahrgang 1964 und 1991 in Rom vom Paderborner Bischof Johannes Joachim Degenhardt zum Priester geweiht, war seit 2016 als Generalvikar tätig – und damit das “alter ego” (deutsch: das “zweite Ich”), wie das Bistum auf seiner Internetseite erklärt. Damit sei er Chef der zentralen Verwaltung im Bistum gewesen. Er wolle jedoch laut Bischof nach einer Auszeit wieder als Pfarrer wirken. Ackermann äußerte seine Freude darüber, dass der scheidende Generalvikar ihm “als enger Berater erhalten bleiben wird.”

Ackermann würdigte von Plettenberg für einen klaren Blick und Umsicht, er sei zudem für Mitarbeitende ein zugewandter und aufgeschlossener Chef gewesen. “Gut verstehen” könne der Bischof die Bitte, eine neue Aufgabe anzutreten, “angesichts der vielfältigen Herausforderungen” die einem Generalvikar gestellt seien.

Bundesweit Beachtung erlangte von Plettenberg im Umgang mit AfD-Repräsentanten in der Kirche. Im April 2024 entließ er den saarländischen AfD-Landtagsabgeordneten, Christoph Schaufert, als Verwaltungsratsmitglied der Kirchengemeinde in Neunkirchen an der Saar. Zuvor hatte die Gemeinde die Bistumsverwaltung darum gebeten.

Hintergrund der Entlassung war unter anderem die Erklärung “Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar”. Mit dieser positionieren sich die Bischöfe gegen die AfD. Der Ausschluss Schauferts war der bundesweit erste eines AfD-Landes- oder Bundespolitikers, der öffentlich bekannt wurde.

Von Plettenberg werde im Sommer 2026 Pfarrer in der saarländischen Kreisstadt Saarlouis. Er behält nach Angaben des Bistums das Amt des Domkapitulars und bleibt auf Bitten des Bischofs zudem weiterhin Bischofsvikar für das Saarland.