Gendersternchen dürfen in der bayerischen evangelischen Landeskirche weiter verwendet werden. Eine entsprechende Eingabe, die einen Verzicht von „Gendern mit Sternchen und anderen Sonderzeichen“ gefordert hatte, lehnte die Landessynode am Donnerstag mit großer Mehrheit ab. 70 Synodale stimmten für eine Ablehnung der Eingabe, neun dagegen, sechs enthielten sich.
Der Organisationsausschuss, der sich federführend mit der Eingabe befasst hatte, empfahl, die Eingabe abzulehnen. In der Sache könne man keinen Regelungsbedarf sehen. Der Synodale Jan Götz aus dem Organisationsausschuss sagte als Begründung, dass ein sensibler Umgang mit Sprache wichtig sei, „gerade für uns als Kirche“. Sprache habe sich schon immer verändert, auch durch gesellschaftlichen Wandel.
Die Ausschüsse für „Grundfragen des kirchlichen Lebens“ sowie für „Bildung, Erziehung und Jugend“ lehnten ein Verbot des Gendersternchens ebenfalls ab. Kilian Deyerl vom BEJ sagte, dass eine Politisierung des richtigen oder falschen Genderns von den eigentlichen Zielen – nämlich ein gutes Miteinander – ablenke. Von der Nutzung eines Gendersternchens eine Diskussion über Sexualität und Sexualmoral abzuleiten, sei nicht zielführend.
Die Eingabe 92 war von Pfarrer Thomas Schweizer (Gemünden) und Dekan Till Roth (Lohr am Main), der auch Vorsitzender des theologisch konservativen „Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern“ (ABC) ist, eingebracht worden. Unterzeichnet wurde die Eingabe von mehr als 90 Personen, darunter Pfarrerinnen und Pfarrer, Dekane, kirchliche Verwaltungs-Mitarbeitende und Ehrenamtliche. (01/1318/25.04.2024)