Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln lüftet ab Freitag in einer neuen Sonderausstellung die Geheimnisse niederländischer Zeichenkunst. Unter dem Titel „Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe“ präsentiert das Museum die Ergebnisse eines Forschungsprojekts. Dabei waren knapp 850 Zeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts unter die Lupe und das Mikroskop genommen worden. 90 dieser Werke inklusive der Forschungsergebnisse sind bis zum 15. März zu sehen. Darunter sind Zeichnungen von Peter Paul Rubens (1572-1640), Rembrandt (Rembrandt Harmenszoon van Rijn, 1606-1669), Hendrick Goltzius (1558-1617), Jan van Goyen (1596-1656) oder Jacob van Ruisdael (1628/29-1682).
Die Expertinnen und Experten machten im Laufe des dreieinhalbjährigen Forschungsprojekts wichtige Neuentdeckungen. So konnten sie bei 170 der untersuchten Zeichnungen die Zuschreibungen zu bestimmten Künstlerinnen oder Künstlern korrigieren oder präzisieren. Zum Beispiel konnte eine Zeichnung als ein echtes Rembrandt-Werk identifiziert werden, die zuvor als Arbeit eines seiner Schüler galt.
Zuletzt war die Sammlung von Zeichnungen niederländischer Meister des Wallraf-Richartz-Museums vor rund 40 Jahren untersucht worden. Seitdem hätten sich die kunsttechnischen Methoden erheblich verbessert, erklärte Museumsdirektor Marcus Dekiert. Dies habe die neuen Erkenntnisse ermöglicht. Die Experten untersuchten und bestimmten die Zeichnungen unter anderem mit Digitalmikroskopie, reflektografischen Methoden sowie mit vergleichender KI-Software. So konnten auch neue Erkenntnisse zur Entstehungsgeschichte und nachträglichen Korrekturen auf einzelnen Blättern gewonnen werden.