Mit einem Stollenanschnitt hat Justizstaatssekretärin Meike Herz den diesjährigen Weihnachtsmarkt des Thüringer Justizvollzugs eröffnet. Die Verkaufsausstellung solle die Motivation der Gefangenen stärken, indem die Resultate ihrer Arbeit wirtschaftlich verwertet werden, sagte Herz im Rahmen der Markteröffnung am Mittwoch in Erfurt. Zugleich erhalte die Öffentlichkeit Einblicke in die Arbeit des Justizvollzugs.
Das Angebot umfasse traditionell weihnachtliche Backwaren und handgemachte Dekorationsartikel. Da ausschließlich Handarbeit angeboten werde, sei jedes Stück ein Unikat. Die Produkte seien von den Gefangenen in den Eigenbetrieben, in arbeitstherapeutischen Werkstätten und in der Freizeit hergestellt worden. In seiner 15. Auflage verkaufe der Weihnachtsmarkt erstmals auch Honig aus der Imkerei der Justizvollzugsanstalt Tonna, aber auch Adventsgestecke, Vogelhäuser oder selbstgemachte Marmeladen.
Im Zuge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie habe der Markt in den zurückliegenden drei Jahren ausfallen müssen. Beteiligt am Neustart seien in diesem Jahr die Haftanstalten Goldlauter, Hohenleuben, Tonna und Untermaßfeld sowie die Thüringer Jugendstrafanstalt und der Thüringer Jugendarrestanstalt. Der Erlös des Weihnachtsmarktes werde für die Anschaffung neuer Materialien verwendet.
Organisiert wird der Markt vom Arbeits- und Bildungswesen des Thüringer Strafvollzugs. Schulische und berufliche Qualifizierungsmaßnahmen während der Haft sind gesetzlich verankerte Bestandteile der Eingliederung von Gefangenen in das Berufsleben nach der Entlassung.