Die Klubs der Fußball-Bundesliga und der 2. Bundesliga haben grünes Licht für den umstrittenen Einstieg eines Investors auf Liga-Ebene gegeben. Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Montag stimmten 24 der 36 Profiklubs für eine entsprechende Vermarktungspartnerschaft, wie DFL-Geschäftsführer Marc Lenz erklärte. Das entspricht genau der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit. Zehn Klubs stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Gegner befürchten durch den Einstieg eines Investors Wettbewerbsverzerrung und monieren eine übermäßige Kommerzialisierung.
Der zweite DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel hob die Bedeutung der Entscheidung für das Thema Medienrechte hervor. Im zweiten Quartal des kommenden Jahres würden diese für die Jahre 2025 bis 2029 vergeben. In Richtung der Medienunternehmen sei das ein Signal, dass der deutsche Fußball bereit sei, umfassend in eine erfolgreiche Zukunft zu investieren – insbesondere in die Weiterentwicklung des von der DFL zentral vermarkteten Medienprodukts. „Das gilt zum Beispiel für neue Formate, Angebote und Perspektiven, die wir entwickeln werden“, sagte Merkel. Zudem werde man den Rechteschutz gegen digitale Piraterie weiterentwickeln. Fast sechs Millionen Menschen hätten im Jahr 2022 regelmäßig illegale Livestreams genutzt.
Der neue Partner werde über eine Minderheitsbeteiligung für die Dauer des Lizenzvertrags von 20 Jahren mit höchstens acht Prozent an den Lizenzerlösen aus der Verwertung der kommerziellen Rechte der DFL beteiligt. Zugleich ziehe man dabei eine „klare rote Linie“ mit Blick auf die Einflussnahme und Mitwirkungsrechte der Klubs, die jederzeit vollumfänglich gewahrt blieben, stellte Lenz klar. Eine Entscheidung über den neuen Partner ist bis Ende März 2024 vorgesehen.