Glühwein und Glaube: Wolfram Weimer sieht eine religiöse Kraft von Weihnachtsmärkten ausgehen und nicht nur den Duft gebrannter Mandeln. Früher wollte er sogar mal Priester werden - und das nicht nur zur Weihnachtszeit.
Für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer geht auf Weihnachtsmärkten die christliche Bedeutung weit über den Kommerz hinaus: "Für mich haben Weihnachtsmärkte eine religiöse Bedeutung", sagte er am Wochenende der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Sie schaffen Bewusstsein für eine heilige Zeit. Sie schaffen Türen in eine andere Welt und weiten den Horizont unseres Seins."
Auch wenn ein Weihnachtsmarkt kein Gottesdienst sei, trage er mit Weihnachtsliedern, Glühwein und gebrannten Mandeln zur religiösen Einkehr bei, fügte der 61-Jährige hinzu: "Einen Weihnachtsmarkt sehe ich wie eine Art Vorfeldorganisation der inneren Erbauung."
Als frühen Berufswunsch nannte Katholik Weimer das Priesteramt: "In meiner Jugend wollte ich sogar mal Pfarrer werden. Das war ein ganz ernsthafter Lebensplan. Drei Monate war ich bei den Jesuiten und habe mich geprüft. Am Ende habe ich dann eine glückliche Ehe gefunden."
Bis heute sei ihm aber eine "Herzensbindung zur Kirche" geblieben, so der Minister weiter: "Ich gehöre zu den Christen, die mehr als nur einmal im Jahr einen Gottesdienst besuchen."