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Früherer Augsburger Dekan Freudenberger gestorben

Der frühere Augsburger evangelische Stadtdekan Rudolf Freudenberger ist tot. Der Theologe starb am Dienstag im Alter von 86 Jahren, teilte das Dekanat Augsburg am Freitag mit. Der gebürtige Würzburger leitete das Dekanat mit 100.000 Protestanten von 1984 bis 2001.

Freudenberger habe die Kinder- und Jugendarbeit besonders am Herzen gelegen. Er habe den Anstoß für die Entwicklung des KonfiCamps gegeben. Seit 1998 fahren jedes Jahr hunderte Konfirmanden aus den Kirchengemeinden des Dekanats zu einem Zeltlager an die italienische Adria. Jahrelang kämpfte er für eine evangelische Schule, die endlich 1999 genehmigt wurde. Als ehemaligem wissenschaftlichen Assistenten an der Universität Erlangen und früherem Würzburger Studierendenpfarrer lag Freudenberger viel an der Bildungsarbeit.

Die Kirchengemeinde St. Anna, deren erster Pfarrer der Dekan ist, war die einzige Gemeinde in Bayern mit einer eigenen Musikschule. Nicht nur in diesem Fall war Freudenberger hartnäckig. Der Landeskirchenrat soll über manchen Alleingang des Augsburger Dekans nicht erfreut gewesen sein, sagten Wegbegleiter.

Er war eine protestantische Stimme in der katholischen Bischofsstadt und unterhielt zugleich freundschaftliche Beziehungen zu den katholischen Amtsbrüdern. Leidenschaftlich setzte er sich ein, wenn es um den Industriestandort Augsburg und um gefährdete Arbeitsplätze ging. „Runde Tische“ zum Thema Arbeit mit Unternehmern und Gewerkschaftsvertretern gingen auf seine Initiative zurück.

Freudenberger machte sich stark für die Landesausstellung „…wider Laster und Sünde“ des Hauses der Bayerischen Geschichte. Amerikanische Gäste führte er fließend Englisch sprechend durch die Kirche St. Anna und berichtete ihnen von den Salzburger Emigranten, denen ein Augsburger Pfarrer half, in die Neue Welt zu gelangen. Seinen Ruhestand verbrachte Freudenberger in Augsburg und blieb dem Dekanat und der Kirchengemeinde St. Anna verbunden. Die Beerdigung findet am Montag (21. Oktober, 12.15 Uhr) auf dem Protestantischen Friedhof statt. (00/3107/18.10.2024)