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Friedenstein zeigt die Gefährdung der heimischen Natur

Auf Schloss Friedenstein in Gotha ist seit Samstag die diesjährige Jahresausstellung über heimische Ökosysteme im Wandel der veränderten Umweltbedingungen zu sehen. Die Schau „S.O.S. Grünes Herz“ zeige anhand von Beispielen aus dem Umfeld Gothas, wie der Einfluss des Menschen in der Natur zu gravierenden Problemen führe, teilte die Stiftung Schloss Friedenstein mit.

So haben laut Kurator Christian Göcke die industriell geprägten Landschaften, die Zunahme von Monokulturen oder die Begradigung vieler Fließgewässer ökologische, soziale und ökonomische Folgen. Ein besonderes Augenmerk der Ausstellung gelte daher dem zunehmenden Artensterben als Folge der Umweltveränderungen. Sie zeige dabei nicht nur seltene und gefährdete Arten. Beleuchtet würden auch eingewanderte Arten, die die mitteldeutschen Ökosysteme bedrohten.

Die Ausstellung präsentiere dabei auch Exponate aus dem eigenen Sammlungsbestand in neuen Zusammenhängen. Gezeigt wird etwa anhand von Kupferstichen, Porzellan und Gemälden das Naturverständnis des 19. Jahrhunderts.

Stiftungsdirektor Tobias Pfeifer-Helke verwies auf die naturkundlichen Sammlungen in Gotha mit zahlreichen Präparaten gefährdeter Tierarten, die typisch seien für Thüringen. Die Museumsbestände auf dem Friedenstein bildeten Biodiversität aus historischer Perspektive, aber ebenso mit Blick in die Zukunft ab. Herausragend sei etwa die in der Ausstellung integrierte Insekten-Sammlung des Gothaer Forstrats August Kellner (1794-1883). In ihr sei erstmals ein Borkenkäfer in Thüringen dokumentiert worden.