Freistaat streicht Direktzahlungen für Familien

Kehrtwende in Bayern: Nach der Geburt eines Kindes kommt Geld nicht mehr den Familien unmittelbar zugute, sondern nur noch den Betreuungseinrichtungen. Lob kommt von kirchlicher Seite.

Bayerns Staatsregierung richtet die finanzielle Unterstützung für Familien neu aus. Geld soll nicht mehr Familien unmittelbar zugute kommen, sondern in die Betreuungseinrichtungen fließen. So beschloss das Kabinett in München, auf das geplante Kinderstartgeld zu verzichten. Ursprünglich sollte für ab dem 1. Januar 2025 geborene Kinder zum ersten Geburtstag ein Betrag in Höhe von 3.000 Euro ausbezahlt werden.

Auch das Bayerische Familiengeld für die ab 1. Januar 2025 geborenen Kinder werde eingestellt und das Krippengeld abgeschafft, entschied der Ministerrat laut Mitteilung. Stattdessen sollen die frei werdenden Mittel vollständig in Kindergärten und Kitas sowie in staatlich geförderte Betreuungseinrichtungen fließen, um die dortigen Betriebskosten zu finanzieren. Bildung und Betreuung der Kinder hat nach den Angaben der Staatsregierung oberste Priorität. Dabei gelte es, nicht nur die Mittel zielgerichteter einzusetzen, sondern zudem Arbeitskapazitäten für die Wirtschaft zu heben, die Integration zu stärken und die Qualität der Betreuung bestmöglich zu gestalten.

Positive Rückmeldungen kamen von den beiden großen Kirchen in Bayern, die Träger Tausender Kindertageseinrichtungen sind. Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen sprach von einem starken Zeichen für die frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung. "Eine Hoffnung für alle in Kitas Tätigen und ein deutliches Zeichen für Subsidiarität", freute sich Geschäftsführerin Alexa Glawogger-Feucht.

Der Evangelische Kita-Verband Bayern nannte die Entscheidung einen wichtigen Meilenstein, um künftig auskömmlich die Kindertagesbetreuung zu finanzieren. "Wir erhoffen uns von dieser Entscheidung eine deutliche Erleichterung bei den Kitaträgern, aber letztlich auch bei den Familien, für die weiterhin bezahlbare Kitaplätze zur Verfügung stehen", so Christiane Münderlein.

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