Die hessischen Landesarbeitsgemeinschaften der Frauenhäuser und der Beratungs- und Interventionsstellen sowie die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen fordern eine Verdoppelung der Schutzplätze in Frauenhäusern. Aktuell fehlten rund 800 Plätze hessenweit, um die Vorgaben der Istanbul-Konvention zu erfüllen, teilten die Verbände am Montag anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November mit.
Auch die Einrichtungen der Diakonie Hessen könnten aufgrund fehlender Kapazitäten zahlreiche Anfragen nicht bedienen, teilte deren Pressestelle mit. Die Hilfestrukturen seien überlastet. Die Hephata-Jugendhilfe in Südhessen etwa unterhalte eine Wohngruppe, die zwölf Mädchen im Alter von acht bis 19 Jahren im ländlichen Raum Schutz biete. Daneben gebe es sechs weitere Plätze in betreuten Wohnungen. Die Plätze seien durchgehend belegt und die Warteliste sei lang. Anfragen gingen aus ganz Deutschland ein.
Die Verbände riefen die Landesregierung dazu auf, das Anfang des Jahres auf Bundesebene beschlossene Gewalthilfegesetz in Hessen umzusetzen. Nach diesem Gesetz hätten Frauen und ihre Kinder ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt. Bereits 2027 müssten alle Bundesländer ein ausreichendes, niedrigschwelliges und flächendeckendes Hilfesystem sicherstellen.