Hohe Ehre für jahrzehntelangen Einsatz für Gleichberechtigung und Förderung von Frauen in Kirche und Gesellschaft: Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern zeichnet Pastoraltheologin Elfriede Schießleder aus.
Die promovierte Pastoraltheologin Elfriede Schießleder (68) ist mit der Franz-Eser-Medaille des Landeskomitees der Katholiken in Bayern geehrt worden. Sie erhielt die Auszeichnung am Freitagabend im niederbayerischen Deggendorf bei der Herbstvollversammlung des obersten katholischen Laiengremiums. Geehrt wurde demnach ihr herausragender Einsatz als langjähriges Vorstandsmitglied des Landeskomitees sowie auf Bundesebene ihre Funktion als Vizepräsidentin sowie bayerische Landesvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB).
Die Medaille erinnert an den 1916 geborenen Franz Eser (1916-2002), Mitbegründer der Katholischen Aktion in Bayern, der Vorläuferorganisation des Landeskomitees. Sie geht an Personen, die sich in besonderer Weise um das Laienapostolat in der katholischen Kirche verdient gemacht haben. In der Begründung für Schießleder heißt es, sie habe einen wichtigen Beitrag dafür geleistet, dass katholische Verbände in gesellschaftspolitischen Fragen als kompetente Gesprächspartner gehört und anerkannt seien. Wie kaum eine andere habe sie sich für Gleichberechtigung und Förderung von Frauen in allen Gesellschaftsbereichen und in der Kirche eingesetzt.
Die Theologin habe den Wandel des Ehrenamts, die Bedeutung der Verbände für Kirche und Gesellschaft und den Einsatz für frauenpolitische Themen stets zusammengedacht, heißt es weiter. Insbesondere durch ihren Einsatz für Frauen stehe Schießleder in würdiger Nachfolge von Ellen Ammann (1870-1932), einer der ersten Frauen im Bayerischen Landtag und Gründerin vieler katholischer Initiativen, so das Landeskomitee. Von 2004 bis 2018 gehörte Schießleder dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an und war von 2009 bis 2025 stellvertretende Vorsitzende und Mitglied des Präsidiums im Landeskomitee.
In ihrer verbandlichen Heimat, dem KDFB, war Schießleder von 1990 bis 2007 stellvertretende Diözesanvorsitzende im Bistum Passau. Sie wirkte von 2003 bis 2018 auf Bundesebene als Vizepräsidentin und war von 2006 bis 2010 zuerst stellvertretende Landesvorsitzende sowie anschließend von 2010 bis 2018 Landesvorsitzende des KDFB Bayern. 2015 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, 2018 mit dem Bayerischen Verdienstorden.