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Forschungspreis zur KI im Deutschunterricht

Der Forschungspreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung an der Universität Tübingen geht in diesem Jahr an Professorin Carolin Führer vom Deutschen Seminar an der Philosophischen Fakultät und an Professorin Ulrike Cress vom Leibniz-Institut für Wissensmedien. Ausgezeichnet werden die beiden für ihr Projekt „Literarische Wissenskonstruktionen mit KI: Ko-konstruktives Lernen im Deutschunterricht der Zukunft“, teilte die Universität Tübingen am Montag mit. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.

Das ausgezeichnete Projekt befasst sich mit der Auseinandersetzung mit komplexen und uneindeutigen Texten durch junge Menschen. Wie kann KI helfen, sprachliche, historische und kulturelle Fremdheit zu begreifen? Wie kann sie zur Beschäftigung mit Literatur motivieren? Wie kann sie ein besseres Verstehen mehrdeutiger Texte fördern? Die KI soll neue Formen des Nachdenkens über Literatur eröffnen.

Dabei besteht laut Mitteilung jedoch die Gefahr, dass die KI-Sprachmodelle als bloße Antwortmaschine verwendet werden. Damit drohten Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit zu verlieren, Literatur zum komplexen Verstehen und zum Perspektivwechsel zu nutzen. Im Projekt wird eine KI-gestützte Lernumgebung entwickelt, in der Schüler etwa Franz Kafkas Literatur erkunden können. Aus dem Projekt soll eine skalierbare, datenschutzkonforme KI-gestützte Lernplattform entstehen, die als offene Bildungsressource über Landesinstitute bereitgestellt und bundesweit verwendet werden kann.

Seit 2017 zeichnet die Dr. K. H. Eberle Stiftung jährlich ein innovatives Forschungsprojekt an der Universität Tübingen aus. (3026/24.11.2025)