Forscherin: Ohne USA ist Klimaschutz-Ziel nicht zu erreichen

Mit einem Ausstieg aus dem Klimaschutz schaden die USA nach Einschätzung der Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert der internationalen Gemeinschaft, aber auch sich selbst. „Wenn die Amerikaner wegfallen, werden wir das 1,5-Grad-Ziel garantiert nicht mehr erreichen“, sagte Kemfert am Montag im Westdeutschen Rundfunk. Extreme Klimaereignisse würden in der Folge weiter zunehmen; das schade am Ende „uns allen“, erklärte die Expertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Ein Ausstieg der Amerikaner aus dem weltweiten Klimaschutz-Verhandlungen sei ein Problem, weil die USA hohe Immissionswerte hätten, betonte Kemfert. Doch auch in der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hätten sich die anderen Staaten „untergehakt und weiter gemacht“. Ein Großteil der Staaten sei immer noch beim Klimaschutz dabei, sagte die Wirtschaftsforscherin.

Mit ihrem Vorgehen schadeten sich die USA sich ökonomisch selbst, führte Kemfert aus. Die Märkte entwickeln sich ihr zufolge in Richtung Elektromobilität und erneuerbare Energien nähmen immer weiter zu, auch in den Vereinigten Staaten. Das könne auch Trump nicht ohne Weiteres aufhalten.

Im Blick auf China sagte die Wissenschaftlerin, das Land gehe konsequent seinen Weg in Richtung erneuerbare Energien. Die Kosten dafür und auch für Elektromobilität seien dort „extrem gesunken“, das helfe den Märkten. Deutschland habe in diesem Bereich große Marktanteile an China verloren, jetzt sollte es in Richtung „aufholen“ gehen, forderte Kemfert. „Wir sollten nicht so lange an fossilen Energien festhalten“, appellierte sie in Richtung Politik.

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