Die Systeme für Künstliche Intelligenz (KI) müssen nach Worten des Kognitionswissenschaftlers und Informatikers Joscha Bach so gebaut werden, “dass sie unsere Zwecke als die ihren akzeptieren”. Dann werde KI den Menschen nicht gefährlich, sagte Bach der “Süddeutschen Zeitung” (Montag). Es gebe Dinge, die wichtiger seien als das eigene Ego. Früher habe man das “Gott” genannt, heute “das große Ganze”.
Gelinge eine solche Ausrichtung nicht, dann gehe die Evolution weiter, denn darin sei nichts von Dauer, führte der Wissenschaftler weiter aus. Das Leben erweitere sich. Bach hält es für möglich, dass sich irgendwann biologische Systeme und solche, die nicht mehr biologisch seien, die Welt teilten. “Wir ergänzen das Leben um neue Arten von Molekülen, die entscheiden und denken können.”
Der Forscher sieht physikalisch keinen Grund, warum menschliche Denkprozesse nicht auf Maschinen nachgebildet werden können. Die Künstliche Intelligenz (KI) habe ihr eigenes System zu lernen. “In gewisser Weise ist es eine Art elektrischer Weltgeist, der destilliert ist aus dem Schrifttum der Menschheit, das im Internet versammelt ist”. Von einem Befehl des Menschen, dem sogenannten Prompt, werde es dann in die entsprechende Richtung geleitet.
Der Prompt schaffe einen Kontext, und die KI sei in der Lage eine Szene, in der ein Wasserglas auf einem Tisch umkippt, weiterzuspinnen, so der Forscher. “Weil wir so viel in Texten beschrieben haben von dem, was wir beobachten, ist das Sprachmodell in der Lage, die Regelmäßigkeit der Welt abzubilden.”
Bach arbeitet für Liquid AI. Das Start-up aus dem Umfeld des Massachusetts Institute for Technology entwickelt lernende Algorithmen.