Forscher: Entwicklung im Südpolarmeer könnte Klimawandel verstärken

Forschende der Universität Oldenburg haben einen unerwarteten Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Eises in der Antarktis und dem Klimawandel entdeckt. In einer Studie kommen sie zu dem Schluss, dass der pazifische Teil des Südpolarmeeres im Zuge der globalen Erwärmung in Zukunft möglicherweise weniger Kohlendioxid aufnehmen könnte als im Augenblick, wenn sich der als instabil geltende Westantarktische Eisschild weiter verkleinern sollte, wie die Universität am Montag mitteilte. Das könne den Klimawandel noch verstärken.

Ausgangspunkt der Untersuchung war ein Sedimentkern, der 2001 bei einer Expedition des Forschungsschiffes „Polarstern“ im Südpolarmeer zwischen Südamerika und Neuseeland in knapp 5.000 Metern Tiefe aus dem Meeresboden entnommen wurde. An der Bodenprobe lassen sich nach Angaben der Wissenschaftler geologische Entwicklungen aus der letzten Warmzeit vor rund 130.000 Jahren ablesen. Damals lagen die Temperaturen etwa so hoch wie heute.

Das Forschungsteam um den Geochemiker Torben Struve fand heraus, dass in dieser Zeit Ablagerungen von Eisen-Elementen nicht wie anderswo ein größeres Wachstum von Algen anregten, die CO2 aufnehmen. „Die Gesamtmenge an Eisen war in diesem Bereich des Südpolarmeeres nicht der kontrollierende Faktor für das Algenwachstum“, sagte Struve. Die Wirkung des Eises als eine Art Dünger hänge dort unter anderem von der chemischen Zusammensetzung der eingetragenen Mineralien und der Aufnahme des Eisens durch die Meereswelt ab.

Die Eisen-Elemente gelangten offenbar durch Eisberge in den Südpazifik, die sich damals durch den Zerfall eines kilometerdicken Eispanzers in der Westantarktis gebildet hatten und nach Norden drifteten. Diese trugen verwitterte Gesteins- und Mineralschichten mit sich. Für die ferne Zukunft seien erneut ein Zerfall des bereits ausgedünnten Eisschildes und damit vermutlich nur wenig Algen und eine geringe Aufnahme von CO2 in diesem Teil des Meeres zu erwarten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

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