Ein internationales Forschungsteam hat in Griechenland die bislang ältesten Holzwerkzeuge der Menschheit entdeckt. Die Funde aus der Region Megalopolis seien rund 430.000 Jahre alt, teilte die Universität Tübingen am Montagabend mit. Damit verschiebe sich der Nachweis für den Gebrauch solcher Werkzeuge um mindestens 40.000 Jahre in die Vergangenheit.
Die Wissenschaftler identifizierten zwei bearbeitete Holzstücke aus Erle sowie Weide oder Pappel. Eines der Werkzeuge wurde den Forschern zufolge wahrscheinlich zum Graben am Ufer eines früheren Sees oder zum Ablösen von Baumrinde benutzt. Die Fundstelle „Marathousa 1“ war während der erdgeschichtlichen Epoche des Mittelpleistozäns ein Schlachtplatz, an dem auch die Überreste eines Ur-Elefanten gefunden wurden.
Die bisher ältesten als Werkzeuge genutzten Hölzer stammen unter anderem aus China, Deutschland, Sambia und Großbritannien. „Sie waren aber alle deutlich jünger als unsere Funde aus Marathousa 1“, sagte Forscherin Annemieke Milks von der Universität Reading. Zwar ist ein Fund von bearbeitetem Holz aus Sambia mit 476.000 Jahren noch älter, dieses wurde aber als Baumaterial und nicht als Handwerkzeug verwendet.