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Forderung nach mehr Schutz für Frauen vor Belästigung im Alltag

Im Fitnessstudio, in der Fahrschule oder bei der Wohnungssuche: Immer wieder sind Frauen dort mit sexueller Belästigung konfrontiert. Die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung will gesetzlich nachbessern.

Die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, fordert einen besseren Schutz für Frauen vor sexueller Belästigung im Alltag. “Gerade wird darüber diskutiert, das Strafrecht zu verschärfen, um besser vor sexueller Belästigung zu schützen. Das ist richtig und wichtig. Aber sexuelle Belästigung findet auch im Alltag statt”, betonte Ataman in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Am Arbeitsplatz gilt sexuelle Belästigung als Diskriminierung und ist verboten. Finden sexuelle Belästigungen beim Einkaufen, im Fitnessstudio, in der Fahrschule oder bei der Wohnungssuche statt, gilt kein Diskriminierungsverbot.” Das sei bitter und kaum zu vermitteln.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes beobachte, dass gerade in diesen Bereichen gemeldete Fälle “krasser” würden. “Uns berichten Frauen zum Beispiel, dass sie bei der Wohnungssuche mit ungewollten sexuellen Anzüglichkeiten konfrontiert werden. Solange der Schutz vor sexueller Belästigung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aber nicht auf Alltagsgeschäfte ausgeweitet wird, können sie nichts dagegen tun.” Diese Lücke müsse dringend geschlossen werden. Opfer müssten sich wehren können. Die Bundesregierung habe eine Reform des Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz angekündigt.