Es fehlt an Wasser, Sanitäreinrichtungen und Nahrung: Im Sudan stoßen Flüchtlingsunterkünfte an ihre Grenzen. Trotzdem fliehen Menschen weiter vor der Gewalt in El Fasher.
In der Region Darfur im Osten des Sudan verschärft sich die Lage nach Einschätzung des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC) weiter. Nach der Machtübernahme der Stadt El Fasher durch die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) sind nach Angaben der Organisation mittlerweile Zehntausende in Richtung Norden nach Tawila geflüchtet. “Die Bedingungen verschlechtern sich rapide: Wasserversorgung, Sanitäranlagen und Unterkünfte können mit den Ankünften nicht Schritt halten, wodurch das Krankheitsrisiko steigt”, teilte der NRC am Donnerstag mit.
Die Menschen würden erschöpft, dehydriert und hungrig ankommen und bräuchten unmittelbar Hilfe. “Ich sprach mit einem Mann, der nach einer Verletzung 18 Tage lang an einer Krücke von El Fasher gelaufen war. Geschichten wie seine sind keine Seltenheit”, sagte Noah Taylor, NRC-Leiter im Sudan.
Auch gelten Zehntausende Menschen aus El Fasher und den umliegenden Dörfern laut Taylor als vermisst. Ankommende suchten nach ihren Angehörigen, von denen sie im Chaos getrennt worden waren.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration haben zwischen dem 26. Oktober und 17. November mehr als 100.000 Menschen El Fasher, Regionalhauptstadt von Nord-Darfur, verlassen. Seit der Machtübernahme durch die RSF wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bekannt.