Eine Flaschenpost aus dem Jahr 1891 ist bei Bauarbeiten am Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha zutage gekommen. Der Überraschungsfund enthielt eine handgeschriebene Nachricht an die Nachwelt mit detailreichen Informationen zum Umbau des Schlosses, aber auch Zeitgeschichtliches, wie die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am Donnerstag mitteilte. So sind auf zwei Seiten aktuelle Brot- und Kartoffelpreise vermerkt, die Eröffnung des Schlachthofs und ein Kaisermanöver zwischen Erfurt und Gotha.
Der kompakte Baubericht enthalte Details, die andernorts oft nicht erwähnt würden. So etwa die Reinigung als Abschluss der Arbeiten, inklusive Nennung der handelnden Akteure samt Funktionsbezeichnungen: “Die Reinigungscommission bestehen[d] aus den beiden Herren Hoftagelöhner Eckardt u. Reinhardt sowie den so genannten Hofdamen der Frau Luzi als General und dessen Tochter verehelichte Frau Platz (Schuhmacher) als Adjutant.”
Friedenstein ist der größte Schlossbau des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Zu dem Residenzensemble gehören der Herzoglichen Park, jahrhundertealte Sammlungen und eine umfangreichen Bibliothek. Die gegenwärtige Sanierung von Schloss und Park wird vom Bund und dem Freistaat den Angaben zufolge mit insgesamt 110 Millionen Euro gefördert.