Sie galt als verschwunden – nun ist sie zurück: Die Wasserpflanze Groenlandia densa, auch „Fischkraut“ genannt, ist im Bodensee wieder aufgetaucht, wie die Universität Konstanz am Dienstag mitteilte. Jahrzehntelang war sie dort nicht mehr nachgewiesen worden.
Forschungstaucherin Almut Hanselmann vom Limnologischen Institut der Universität entdeckte die Pflanze im Januar 2025 nahe Immenstaad in vier Metern Tiefe. „Ich wunderte mich, warum der Seegrund mitten im Winter so grün war“, sagte sie. Analysen ergaben, dass es sich um die lange verschollene Art handelt, die als wintergrün gilt und auch in der kalten Jahreszeit gedeiht.
Das Wiederauftauchen gilt als Zeichen für die Erholung des Bodensees. Laut Hanselmann haben sinkende Ammonium- und Phosphorwerte in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt, dass sich ursprüngliche Arten wieder ansiedeln können. Groenlandia densa breitet sich inzwischen wieder kräftig aus.
Möglich sei, dass die Pflanze aus alten Samen im Seesediment austrieb oder über Zuflüsse zurückkehrte. In jedem Fall, so die Forscherin, sei ihre Rückkehr ein positives Signal: Wasserpflanzen verbesserten Lebensräume, böten Nahrung und Schutz für viele Tierarten und zeigten, dass Renaturierung wirke. (2882/11.11.2025)