James Turrell setzt den künstlerischen Höhepunkt: Die begehbare Lichtinstallation „Beyond Horizons 2025“ des US-Amerikaners ist am Freitag im erzgebirgischen Oelsnitz zum Abschluss der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 übergeben worden. Für das Kunstwerk, das von Samstag an öffentlich zugänglich ist, wurde ein extra Kubus geschaffen. In zwölf Lichteinstellungen verändern sich Lichtintensität, Farben und Konturen. Der geschlossene Raum erinnert an die Eingänge (Stollen) zu den früheren Bergwerken der Region.
Die Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 gGmbH, Andrea Pier und Stefan Schmidtke, zogen zum Abschluss eine positive Bilanz. „Die Scheinwerfer der ganzen Welt waren auf Chemnitz gerichtet“, sagte Schmidtke. Auch in Zukunft werde in der Region viel passieren. Pier betonte: „Chemnitz und die Region haben zu einem neuen Selbstverständnis gefunden.“
Europas Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 hat demnach mehr als zwei Millionen Menschen erreicht. 260 Projekte mit fast 2.000 Veranstaltungen standen auf dem Programm. Allein das Demokratie- und Musikfestival „Kosmos“ zog rund 115.000 Menschen an. Die Kunstsammlungen Chemnitz verzeichneten mit fast 245.000 Gästen im Kulturhauptstadtjahr ein Rekordergebnis.
Die Menschen der Region seien über sich hinausgewachsen, sagte Schmidtke. Es sei „eine enorme gestalterische Kraft entstanden“. Mehr als 80 Prozent des Programmes seien von künstlerischen Laien gestaltet worden. Der „Kulturhauptstadt-Effekt“ sei deutlich spürbar. Zudem seien die Übernachtungen 2025 zum Teil auf das Doppelte gestiegen.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte, Chemnitz und die Region seien „zu einem Leuchtfeuer“ geworden. Es gebe eine „kulturelle Aufbruchstimmung“, die über das Jahr 2025 und über Deutschland hinausreiche, sagte er in einer Videobotschaft. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) lobte das „Werk von ganz vielen“: „Wir sind sichtbar geworden und auf der touristischen Karte leuchtender.“
Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) sagte: „Viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer haben gespürt, dass ihre Stadt mehr ist, als ihr nachgesagt wird.“ Auch der Bürgermeister der Erzgebirgsstadt Lößnitz, Alexander Troll (CDU), zog eine positive Bilanz: Die gesamte Region habe sich hinter das Projekt Kulturhauptstadt gestellt: „Es sei “ganz viel möglich, wenn man sich auf die Dinge einlässt und weltoffen ist.”
So kamen zahlreiche Gäste zum Kunst- und Skulpturenweg „Purple Path“. Allein Rebecca Horns Kunstwerk „The Universe in a Pearl“ in der Hospitalkirche Lößnitz besuchten rund 24.000 Menschen in acht Monaten.
Das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 war am 18. Januar unter dem Motto „C the Unseen“ eröffnet worden. Beteiligt waren neben Chemnitz 38 Kommunen der Region. Für Samstag und Sonntag ist ein Abschlussprogramm geplant.
Zweite europäische Kulturhauptstadt 2025 war das slowenisch-italienische Nova Gorica/Gorizia. 2026 werden Oulu in Finnland und Trencin in der Slowakei den Titel tragen.