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Feier zu 800 Jahren Klostergründung im slowakischen Skalka

Das Felsenheiligtum von Velka Skalka (“Großer Felsen) bei Trencin gilt heute als ältester Wallfahrtsort der Slowakei. Jetzt wird dessen Gründung vor 800 Jahren gefeiert. Es folgte eine mehr als wechselvolle Geschichte.

Im slowakischen Skalka beginnen am Sonntag die Feiern aus Anlass der Gründung der einstigen Benediktinerabtei vor 800 Jahren. Der Bischof von Nitra, Viliam Judak, wird bei der dortigen Kapelle eine neue Kopie des bekannten Gemäldes des Barmherzigen Jesus der heiligen Faustyna Kowalska segnen. Nach einer Prozession zum Diözesanheiligtum findet ein Festgottesdienst zum Beginn des Benediktjahres in Skalka statt. Bei den Feiern wird auch eine Briefmarke der Slowakischen Post zum Jubiläum präsentiert.

An der Stelle, an der 1034 der heilige Einsiedler Benedikt gestorben war, gründete Bischof Jakub I. von Nitra 1224 ein kleines Kloster. Herzstück des Klosters waren die Höhlenräume, die der Einsiedler bewohnt hatte und in die sich die einzigartige Kapelle auf ihrer dritten und höchsten Ebene öffnet. Nach seiner Ermordung wurde Benedikts Leichnam in den nah gelegenen Fluss Waag (Vah) geworfen. 1528 setzte der in habsburgischen Diensten stehende General Hans Katzianer (1492-1539) dem Kloster ein Ende.

Einen Neubeginn setzten 1644 die Trentschiner Jesuiten, denen das Areal von König und Kaiser Ferdinand III. bzw. Bischof Jan V. Püsky anvertraut wurde. Kaum war die Barockisierung 1768 abgeschlossen, wurde der Orden auf Geheiß von Kaiserin Maria Theresia 1773 in der gesamten Monarchie aufgelöst. Nach dem Abzug der Jesuiten verfiel der Klosterkomplex zusehends. Zwar kam es vor dem Ende des Ersten Weltkriegs und selbst nach der kommunistischen Machtergreifung zu Instandhaltungsarbeiten des beliebten Wallfahrtsortes, die umfassende Renovierung erfolgte jedoch erst ab 2000 nach Ausrufung der selbstständigen Slowakischen Republik.

Das Felsenheiligtum von Velka Skalka (großer Felsen) gilt heute als ältester Wallfahrtsort des Landes. Die Heiligen Andreas (Gorazd, um 830-nach 885) und sein Schüler Benedikt (Benadik), denen die Kapelle geweiht ist, werden nach den aus dem heutigen Griechenland zugewanderten Kyrill und Method als die ersten in der Region geborenen Heiligen verehrt. In der Höhle, die durch ein schmales gotisches Portal zugänglich ist, wurde im Felsen ein Abdruck der Elle des heiligen Einsiedlers Benedikt entdeckt.

Das Areal ist zu bestimmten Zeiten zugänglich. Im Sommer findet im Pilgerhaus des Felsenheiligtums zudem ein Symposium bildender Künstler und Literaten unter dem Motto “Ora et Ars” statt.

Skalka nad Vahom (an der Waag) ist zu unterscheiden von der Benediktinerabtei und Basilika Hronsky Benadik (am Gran), die dem heiligen Benedikt von Nursia geweiht ist, sowie von Skalka (Skalken), dem Geburtsort des Wiener Kardinals Christoph Schönborn in der tschechischen Diözese Leitmeritz (Litomerice).