Die europäische Kulturhauptstadt Chemnitz hat nach gut zehn Monaten eine positive Gesamtbilanz gezogen. Insgesamt kamen nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Menschen. Der Evangelische Pressedienst (epd) hat einige Zahlen und Fakten zusammengestellt:
Das Programm in Chemnitz und 38 Kommunen der Kulturhauptstadtregion hat rund 260 Projekte mit knapp 2.000 Veranstaltungen geboten.
Die Kunstsammlungen Chemnitz haben im Kulturhauptstadtjahr mit knapp 245.000 Besucherinnen und Besuchern ein Rekordergebnis erzielt. Allein rund 84.000 Gäste kamen in die Ausstellung „Edvard Munch. Angst“, fast 40.000 Menschen sahen sich die Ausstellung „European Realities“ an.
Das Musik- und Demokratiefestival „Kosmos“ ist von rund 115.000 Menschen gefeiert worden, das Hutfestival hatte 105.000 Gäste und das Kunstfestival „Begehungen“ 56.000 Besucherinnen und Besucher. Das Lichtfestival „Light Our Vision“ zog rund 86.000 Menschen an.
Das größte nachhaltige Projekt der Kulturhauptstadtregion mit ihren 38 Partnerkommunen ist der Kunst- und Skulpturenweg „Purple Path“. Mit Arbeiten von mehr als 60 renommierten internationalen, regionalen und lokalen Künstlerinnen und Künstlern ist in der gesamten Kulturhauptstadtregion eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum entstanden.
Die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 ist von rund 1.300 Freiwilligen unterstützt worden. Sie leisteten in 10.000 Einsätzen rund 45.000 ehrenamtliche Stunden.
Die Uraufführung der Oper „Rummelplatz“ nach einem Roman von Werner Bräunig zu den Lebensbedingungen der DDR-Bergarbeiter und ihrer Familien hat sich als ein Publikumsmagnet erwiesen. Alle sieben zunächst geplanten Vorstellungen waren ausverkauft, zusätzliche Termine bis Mai wurden angesetzt. Eine spätere Wiederaufnahme des Stückes ist geplant.
Mit den 30 sogenannten Interventionsflächen im gesamten Stadtgebiet hat Chemnitz 2025 ein Stadtentwicklungsprojekt realisiert. Brachen wurden aufgewertet, unbeachtete Flächen reaktiviert, neue Projekte umgesetzt. Dazu zählen die frühere Hartmannfabrik als Besucherzentrum der Kulturhauptstadt, das Karl-Schmidt-Rottluff-Haus und der Garagen-Campus. Auch neue Stadtteilparks und Wanderwege sind ein bleibendes Erbe der Kulturhauptstadt.
Das Gesamtbudget der Kulturhauptstadt hat sich für den Zeitraum 2021 bis 2027 von knapp 90 Millionen auf rund 115 Millionen Euro erhöht. Die Stadt Chemnitz zahlte einen Eigenanteil von rund 33 Millionen Euro, zunächst waren knapp 22 Millionen Euro geplant. Der Freistaat Sachsen erhöhte seinen Anteil von 20 auf 25 Millionen Euro. Weitere Mittel kamen von der Europäischen Union und vom Bund. Allein knapp 57 Millionen Euro des Budgets wurden für die nachhaltigen Interventionsflächen ausgegeben.
Der Tourismus in Chemnitz und der Kulturhauptstadtregion hat 2025 einen deutlichen Aufschwung erlebt. In Chemnitz sind von Januar bis September 448.810 Übernachtungen gezählt worden, ein Plus von 23,8 Prozent. In der Region Zwickau gab es ein Plus von 9,3 Prozent (931.101 Übernachtungen), in der Erzgebirgsregion ein Plus von 0,4 Prozent (1,9 Millionen Übernachtungen).