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Fakten und Fiktion: Neue Bücher zum Reichenau-Jubiläum

Ausstellungskataloge und historische Nacherzählungen: Der Buchmarkt zu 1.300 Jahren Klosterinsel Reichenau.

Zum 1.300-Jahr-Jubiläum der Klosterinsel Reichenau und zur Landesausstellung “Welterbe des Mittelalters” in Konstanz sind ein Ausstellungskatalog, ein wissenschaftlicher Tagungsband sowie mehrere Fachbücher und ein Sammelband mit fiktiven historischen Geschichten erschienen. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) stellt die Titel vor.

Auf knapp 600 Seiten zeigt der im Verlag Schnell und Steiner erschienene Ausstellungskatalog in hochwertigen Fotografien die rund 250 Exponate der Landesausstellung. Beiträge befassen sich mit Architektur, Kunst, Theologie und Geschichte der Ordensleute der Reichenau. Der 350-seitige Band “Die Klosterinsel Reichenau im Mittelalter” fasst den aktuellen Forschungsstand zur Klosterkultur und ihrer europäischen Bedeutung zusammen.

Der Konstanzer Historiker Harald Derschka zeigt in seiner “Geschichte des Klosters Reichenau” die Entwicklung von der Gründung über die Blütezeit bis zum Niedergang des Klosters. Der Historiker verbindet neue Forschungsergebnisse, Quellenzitate und Analyse zu einer detailreichen Gesamtdarstellung. Herausragend ist die Qualität der zahlreichen Fotografien von Baudenkmälern und Reichenauer Kunstwerken. Der großformatige Band ist im Kunstverlag Josef Fink erschienen.

Auf einem anderen Weg nähert sich Bestsellerautorin Tanja Kinkel der Reichenau. Der von ihr herausgegebene Sammelband “Insel der Geheimnisse” lässt wichtige Kapitel der Klostergeschichte lebendig werden: durch spannend erzählte, mit historischen Fakten verwobene Geschichten. Keine Autorin und kein Autor wolle die Vergangenheit eins zu eins in die Gegenwart übertragen, sagte Kinkel der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Aber die Menschen des Mittelalters hätten bei genauem Hinsehen vor großen persönlichen wie gesamtgesellschaftlichen Problemen gestanden, die sich durchaus mit heutigen Fragen und Debatten vergleichen ließen. “Diese Ängste können wir in historischen Erzählungen schildern und so nachfühlbar machen.”