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Extremisten immer jünger – “Moral” der Kinder wird angesprochen

Die extremistische Szene interessiert sich immer mehr für Jugendliche und Kinder: Darauf weisen Fachleute und Sicherheitsbehörden hin. Rechtsextremisten wie Islamisten machten sich gesellschaftliche Krisen zunutze.

Extremistische Gewalttäter werden nach Einschätzung von Experten immer jünger. “Sowohl Rechtsextremisten als auch Islamisten nutzen globale und gesellschaftliche Krisen für ihre Rekrutierung sehr geschickt”, sagte der Leiter der Nichtregierungsorganisation Violence Prevention Network, Thomas Mücke, am Donnerstag in Berlin. “Bei Kindern wird immer die moralische Instanz angesprochen, etwa beim Nahostkonflikt. Sie sind leicht beeinflussbar und werden aufgefordert zu handeln, im Sinne von ‘Dabei könnt ihr doch nicht zusehen'”, sagte Mücke.

Unabhängig vom Ort seien durch das Internet Kinder und Jugendliche gleichermaßen für Werbeversuche von Extremisten gefährdet. “Früher waren die Großstädte die Hot Spots. Heute betrifft das auch den ländlichen Raum. Der Hotspot ist das Internet”, so der Berater.

Eine Abfrage bei den Sicherheitsbehörden von Land und Bund bestätigt demnach den Eindruck der Beratungsstelle, dass in den vergangenen Jahren die Täter immer jünger werden. “Junge Menschen haben einen zunehmenden Anteil an der extremistischen Szene, auch bei Ausübung schwerster Gewalttaten und bei Terroranschlägen”, sagte Maximilian Campos Ruf, Co-Leiter des Fachbereichs Wissenschaft bei der Einrichtung. Dies sei national wie international “ein Trend”.

Im Bereich politisch motivierter Kriminalität hat sich demnach etwa die Zahl bei jugendlichen Tätern unter 18 bundesweit von 2018 (190 Fälle) bis 2024 (312 Fälle) deutlich erhöht. Dabei handele es sich größtenteils um männliche Täter. Rechtsextremisten versuchten durch die “Etablierung von neuen Erlebniswelten”, etwa Freizeitangebote im ländlichen Raum, verstärkt Kinder und Jugendliche zu gewinnen, hieß es. Ziel von Islamisten sei es, durch Fokussierung auf den Nahostkonflikt und salafistische Prediger auf Social Media Einfluss zu nehmen.