In einigen Bundesländern läuft die Schule schon wieder, in anderen startet das Schuljahr bald. Hunderttausende Kinder werden eingeschult. Dieser Veränderung sollten Eltern gelassen entgegen sehen, sagt eine Expertin.
Von der Kita in die Schule: Nach Einschätzung einer Expertin ist dabei das Wichtigste, Kindern vor der Einschulung keine Angst zu machen. Sätze wie “Wenn du in der Schule bist, darfst du aber nicht mehr bei Mama und Papa im Bett schlafen” seien kontraproduktiv, sagte Erziehungsratgeberin Nicola Schmidt der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
“Eltern sollten ein realistisches Bild von der Schule vermitteln. Es wird Dinge geben, die das Kind cool findet und welche, die es weniger mag. Und genau das sollte man ihm sagen”, so Schmidt. Hierbei sollten die Eltern auch sich selbst hinterfragen. “Man muss seine eigenen Erwartungen durchbürsten. Es macht auch Druck, wenn die Eltern sagen, dass sie in der Schule alles super fanden und die Kinder dann denken, dass auch sie alles perfekt finden müssen.” Die Autorin hat jetzt den Grundschul-Ratgeber “artgerecht. Das andere Schulkinderbuch” veröffentlicht.
Zudem herrsche bei Eltern oft die Vorstellung, dass nach der Einschulung in der Schule alles von selbst laufe. “So ging es mir auch. Es stimmt aber nicht”, so Schmidt, die Mutter von zwei Kindern ist. “Viele Kinder müssen die neuen Routinen – wie etwa früh aufstehen, sich zügig anziehen, an den Turnbeutel denken – erst lernen.”
Hierbei sollten Eltern zunächst “einen Fullservice anbieten”, so Schmidt. “Im Zweifel also das Kind anziehen, wenn es das nicht schnell genug macht und an den Turnbeutel erinnern. Erst wenn sich das Kind an die neuen Routinen gewöhnt hat, können sich Eltern Stück für Stück zurückziehen.”
An der richtigen Stelle loszulassen sei für Eltern nicht einfach. “Meistens mischen wir uns an Stellen ein, wo wir nichts verloren haben und helfen an anderen Stellen nicht lang genug, wo wir aber gebraucht würden.” Hier gelte es, immer wieder zu testen, “inwieweit man sich schon zurückziehen kann”.
Bei größeren Problemen – wenn das Kind etwa nach drei Wochen nicht mehr in die Schule gehen wolle – müsse man ihm klarmachen, dass der Schulbesuch nichts sei, was es auf Dauer vermeiden könne. “Dann muss man herausfinden, was das Problem ist. Mit wem oder was hat das Kind vielleicht Konflikte? Immer dahin, wo der Ärger ist”, so Schmidt.
Auch bei Kindern, die mit dem Lernen zunächst nicht so gut zurecht kämen, sollten Eltern genau hinschauen. “Man muss versuchen, jedem Kind den richtigen Lernraum zu geben. Geht es in der Schule unter? Lernt es eher visuell und nicht auditiv? Der Lernmuskel muss auf die richtige Weise angesprochen werden”, rät Schmidt.