Mehr institutionalisierte Dialoge zwischen Jugend und Politik sind nach Einschätzung einer Expertin für eine gerechte Gesellschaft nötig. Es brauche mehr Möglichkeiten für Jugendliche, sich mit Politikerinnen und Politikern auszutauschen, forderte Seyran Bostanci, die Geschäftsführerin der Schwarzkopf-Stiftung, auf der Jungen Sicherheitskonferenz in Berlin. "Es ist uns als Gesellschaft noch nicht gelungen, die Räume zu institutionalisieren."
Junge Menschen sollten sich diese Räume nicht immer wieder suchen und erkämpfen müssen, sagte die Expertin. Die Beteiligung solle zudem inklusiver gestaltet werden. Aktuell seien die angebotenen Formate vor allem für Jugendliche geeignet, die sowieso schon gut gebildet seien.
Gesellschaft braucht die Stimmen der Jugend
Bostanci wünscht sich auch mehr politische Beteiligung für junge Menschen verschiedener Religionen, Herkünfte und Sprachen. Dabei ist ihr wichtig: "Es geht nicht darum, dass junge Menschen irgendwelche Kompetenzen und Fähigkeiten mitbringen müssen, um sich zu beteiligen. Sondern durch die Beteiligung lernen sie, sich zu beteiligen." Jugendliche seien ihrer Erfahrung nach interessiert und gebildet in gesellschaftspolitischen Themen. "Wir können es uns als Gesellschaft gar nicht leisten, das über die Köpfe der jungen Menschen hinweg zu machen."
Die Junge Sicherheitskonferenz fand mit rund 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus rund 50 Nationen in Berlin statt.
