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Experten sehen rechtsextreme Kräfte als tonangebend in Deutschland

Politik, Kirchen und Vereine sind zum Dialog aufgerufen. Die Stiftung gegen Rassismus sieht rechtsextreme Kräfte als tonangebend in gesellschaftlichen Debatten – mit realen Folgen bis hin zu Gewalt.

Rassismus in Deutschland muss nach Ansicht von Experten politisch entschlossener bekämpft werden. Es sei zudem notwendig, die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte zu fördern und Hass hierzulande keine Chance zu geben, forderte die Stiftung gegen Rassismus am Mittwoch in Darmstadt. Die Organisation kritisierte den zurückliegenden Wahlkampf, der Hetze gegen migrantische Menschen mit sich gebracht habe.

“Wir müssen dafür sorgen, dass endlich wieder ein anderer Ton herrscht”, sagte Stiftungsvorstand Jürgen Micksch. Die Menschenwürde zu schützen, müsse in der Politik wieder Priorität bekommen. Rechtsextremen Kräften sei es allerdings gelungen, den gesellschaftlichen Ton vorzugeben, betonte der Theologe.

“Diese Debatten haben für von Rassismus Betroffene eine schlimme Wirkung, bis hin zu Gewalt”, sagte Micksch. Er rief Initiativen wie Kirchengemeinden, Menschenrechtsgruppen, Gewerkschaften, Umweltverbände oder Vereine dazu auf, einen Dialog mit den Parteien über das gesellschaftliche Zusammenleben einzufordern.

Die Stiftung gegen Rassismus koordiniert seit 30 Jahren die bundesweiten Wochen gegen Rassismus. Die Aktionswochen finden in diesem Jahr vom 17. bis zum 30. März statt.