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Experten schätzen: Etwa 200 syrisch-deutsche Vereine in Deutschland

Zahlreiche deutsch-syrische Vereine in der Bundesrepublik geben Geflüchteten Orientierung und helfen bei der Anerkennung von Abschlüssen. Doch wie läuft die Zusammenarbeit mit der Politik?

Ungefähr 200 syrisch-deutsche Vereine gibt es Schätzungen zufolge in Deutschland. Dies teilte der Sachverständigenrat für Integration und Migration am Dienstag in Berlin mit. Die Zahlen beruhten auf einer Auswertung des Vereinsregisters, wie Expertin Karoline Popp erläuterte. Es gebe allerdings auch einschlägige Gruppen, die dort nicht eingetragen seien.

“Viele dieser Organisationen engagieren sich für ihre Communitys in Deutschland oder sie setzen sich für Syrien ein”, sagte Popp. Die syrisch-deutsche Zivilgesellschaft unterstütze Zugewanderte etwa bei der ersten Orientierung in Deutschland. Zudem erhielten viele Betroffene dort Hilfe bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Die Vereine und Gruppen trügen überdies zur Vernetzung bei.

Popp hält der Politik vor, sich nur unter großem Zögern mit manchen Gruppen aus den syrisch-deutschen Gemeinschaften auszutauschen. Zugleich müssten sich auch die syrisch-deutschen Vereine auf die Politik zubewegen, indem sie etwa selbst Angebote machten und proaktiv würden.

Zudem betonte Popp die Unterschiede zwischen den syrisch-deutschen Vereinen. Die Wissenschaftlerin nannte diesbezüglich etwa die unterschiedlichen Zeitpunkte, zu denen Generationen von Geflüchteten in Deutschland ankamen und die sich auch etwa in den Prioritäten der Vereine widerspiegele.

Vor wenigen Wochen hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erneut die Abschiebung geflüchteter Syrer gefordert. “Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass Abschiebungen nach Syrien durchgeführt werden, beginnend mit Straftätern”, hieß es von einem Sprecher des Innenministeriums. Laut Ausländerzentralregister halten sich derzeit rund 948.000 syrische Staatsangehörige in Deutschland auf.