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Experten geben Tipps zur Gewinnung von Flüchtlingshelfern

In einer Umfrage geben mehr Menschen an, sich ein Engagement in der Flüchtlingshilfe vorstellen zu können, als tatsächlich aktiv sind. Wie sich dieses Verhältnis ändern lässt, zeigt eine Studie.

Um mehr Freiwillige für die Flüchtlingshilfe zu gewinnen, raten Experten dazu, mehr auf eigennützige Motive hinzuweisen und Arbeitgeber stärker einzubeziehen. Einer Studie des Sachverständigenrats für Integration und Migration zufolge könnte sich etwa jeder Vierte vorstellen, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren.

Von den rund 4.000 im vergangenen Jahr Befragten waren demnach 45 Prozent in den zwölf Monaten vor der Erhebung freiwillig tätig, etwa 6 Prozent in der Flüchtlingshilfe. Damit sei das Potenzial etwa viermal so groß wie die Zahl der bereits in diesem Bereich Engagierten.

Mehr Freiräume für Flüchtlingshelfer

Um diese “stille Reserve”, wie die Autoren sie nennen, zu heben, macht die Studie “Motive und Motivation in der Flüchtlingshilfe” einige Vorschläge: So sollten Arbeitgeber mehr Freiräume für Engagement schaffen, da fehlende Zeit häufig als Grund dafür genannt worden sei, nicht aktiv zu sein. Menschen mit Fluchthintergrund könnten gezielt dafür gewonnen werden, sich selbst für andere mit ähnlichen Erfahrungen und gleichen Sprachkenntnissen einzusetzen.

Außerdem raten die Experten Politik und Verwaltung dazu, die lokale Bevölkerung stärker in Entscheidungen einzubeziehen und Handlungszwänge zu erläutern: Vertrauen in politische Institutionen wirke sich positiv auf die Bereitschaft aus, sich zu engagieren. Besonders hilfreich für eine bürgernahe Kommunikation seien etwa kommunale Beauftragte für die Zusammenarbeit im Flüchtlingsbereich oder Runde Tische.

Um potenzielle Freiwillige gezielt anzusprechen, empfehlen die Experten zudem, auch die nutzbringenden Möglichkeiten des Engagements herauszustellen: Dazu gehörten etwa die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln, mögliche Fortbildungen, soziale Aspekte der Arbeit mit anderen, aber auch die Flüchtlingshilfe als Ort, an dem eigene Talente genutzt werden könnten und an dem man auch Spaß haben kann.

Laut der Befragung spielt die altruistische, also die selbstlose, Motivation bei den bereits in der Flüchtlingshilfe Engagierten zwar die größte Rolle. Andere, auch eigennützige Motive seien aber ebenfalls wichtig, hieß es.