Noch ist Europa auf Kurs, aber der neue Klimaplan erlaubt mehr Ausnahmen. Vor der Weltklimakonferenz, die am Montag beginnt, warnt Experte Ottmar Edenhofer vor weiteren Verzögerungen.
Eine weitere Schwächung von Klimaschutzmaßnahmen wäre aus Sicht des Klimaökonomen Ottmar Edenhofer fatal. Der jüngst beschlossene EU-Klimakompromiss sei ein politischer Kompromiss, sagte Edenhofer am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er äußerte sich vor der Weltklimakonferenz COP 30, die am Montag im brasilianischen Belém beginnt. Die Einigung habe "immer noch das Potenzial, uns auf den Pfad der Treibhausgasneutralität bis 2050 zu führen."
Beschlossen wurde unter anderem, dass die EU ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2040 weiter um 90 Prozent gegenüber 1990 senken will. Allerdings dürfen die Staaten bis zu fünf Prozent dieser Reduktion durch den Kauf von Klimagutschriften im Ausland erreichen. Damit müssten sie tatsächlich nur noch 85 Prozent einsparen. Zudem wurde der Beginn des Emissionshandels für Verkehr und Gebäude auf 2028 verschoben, weil einige Länder befürchten, dass Benzin und Heizen zu teuer werden könnten.
Der Emissionshandel sei "ein tragender Pfeiler in der Architektur des europäischen Klimaschutzes"", sagte Edenhofer. Ein Jahr Verzögerung sei "noch in Ordnung" - doch sollte der Handel weiter verzögert werden, könne ein "Riesenproblem" entstehen.