Wie reagieren unterschiedliche Stäube im schwerelosen freien Fall? Darauf wollen Bremer Schülerinnen und Schüler eine Antwort finden, wenn sie am Donnerstag (15. Februar) im Bremer Fallturm eine Kapsel mit Stäuben aus dem historischen Rathaus der Hansestadt fallen lassen. Die dokumentierten Ergebnisse sollen in die Kunstausstellung „Wir wirbeln Staub auf – Von der Gotik in die Schwerelosigkeit“ einfließen, wie der Bremer Senat am Montag mitteilte.
Die Stäube haben die Jugendlichen den Angaben zufolge in versteckten Winkeln des Alten Rathauses und des Ratskellers gesammelt. Unterstützt werden sie bei ihrem Projekt vom Kölner Kulturwissenschaftler und Künstler Wolfgang Stöcker, der in der Domstadt am Rhein das von ihm gegründete „Internationale Staubarchiv“ leitet.
Stöcker spricht von einer „wundersamen Welt der kleinen Spuren, latente Botschaften in versteckten Winkeln“. Das Bremer Rathaus sei voll davon. Der Staub soll Teil einer Kunstausstellung werden, die sich auf den Welterbestatus von Rathaus und Roland bezieht, der vor 20 Jahren verliehen wurde. Beteiligt an dem Projekt ist neben Jugendlichen aus den Bremer Unesco-Projektschulen, dem Fallturm und dem Künstler unter anderem der „Verein zur Förderung des Welterbes Rathaus und Roland in Bremen“.
Die Jubiläums-Ausstellung ist laut Senatskanzlei vom 28. April bis zum 25. Mai geplant. 2004 wurden das Rathaus und der mehr als 600 Jahre alte steinerne Roland davor zum Unesco-Welterbe erklärt. Sie seien ein einzigartiges Zeugnis für bürgerliche Freiheit, entschied das Welterbe-Komitee der UN-Kulturorganisation.