Für ihren Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erhält die Polin Malgorzata Maria Gersdorf den ersten Fritz-Stern-Preis. Am Abend der geplanten Verleihung in Berlin soll zudem ein neues Institut eröffnen.
Die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs Polens, Malgorzata Maria Gersdorf (73), erhält den in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen Fritz-Stern-Preis. Das teilte die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am Montag mit, die den Preis zusammen mit dem Bard College Berlin verleiht. Die nach dem Historiker Fritz Stern (1926-2016) benannte Auszeichnung soll Personen würdigen, die sich für Demokratie und offene Gesellschaften einsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und soll am 28. Januar in Berlin überreicht werden.
“Mit ihrer Verteidigung von Justiz und demokratischen Prinzipien verkörpert Malgorzata Maria Gersdorf Integrität und Zivilcourage”, hieß es in der Begründung der Akademie. Gersdorfs Amtszeit als Erste Präsidentin des Gerichtshofs dauerte von 2014 bis 2020. “Ihre Rückkehr an den Obersten Gerichtshof im Jahr 2017 – mit einer weißen Rose in der Hand – wurde zu einem eindrucksvollen Sinnbild für Polens Bekenntnis zu verfassungsmäßiger Ordnung und Gerechtigkeit in Europa.”
Am Tag der Preisverleihung werde auch das neue Europäische Demokratie Institut am Bard College Berlin eröffnet, das sich laut der Akademie als zentraler Ort für Forschung, Debatten und Bildungsinitiativen zur Demokratie versteht.