Der Evangelische Kita-Verband hat die Kehrtwende der Staatsregierung mit Blick auf die Leistungen an Familien in Bayern begrüßt. „Das ist ein wichtiger Meilenstein in der auskömmlichen Finanzierung der Kindertages-Betreuung“, sagte Verbandsvorständin Christiane Münderlein am Dienstag in Nürnberg laut Mitteilung. Das Kabinett hatte kurz zuvor bekanntgegeben, das Krippengeld und das bayerische Familiengeld einzustellen und das geplante Kinderstartgeld nicht einzuführen. Die frei werdenden Mittel sollen in die Betriebskostenförderung der Kitas gehen.
Man begrüße diese Entscheidung ausdrücklich, sagte auch Münderleins Vorstandskollege Dirk Rumpff am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. „Wir wissen aber auch, dass diese Ankündigungen bei Familien nicht nur positiv aufgenommen werden“, räumte er ein. Der Kita-Verband sei immer gegen die Einführung der direkten Sozialleistungen des Freistaats an Familien gewesen, „weil das Geld ins Betreuungssystem gehört“ und eben nicht per Gießkanne an alle Eltern, egal wie wirtschaftsstark sie sind. „Bezahlbare Kitas helfen am Ende aber allen“, sagte er.
Die nun gestrichenen Leistungen gab es nur in Bayern: Das bayerische Familiengeld, das bis Ende 2024 für das zweite und dritte Lebensjahr beantragt werden konnte, hat monatlich 250 Euro betragen, ab dem dritten Kind sogar 300 Euro. Statt der mindestens 6.000 Euro, die Eltern vom Freistaat bekamen, sollte ab 1. Januar dieses Jahres das 3.000 Euro umfassende Kinderstartgeld eingeführt werden – das ist nun aber vom Tisch. Das bayerische Krippengeld betrug bis zu 100 Euro pro Monat und wurde an die Eltern einkommensabhängig als Zuschuss für einen Krippenplatz bezahlt.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Dienstag gesagt, die freiwerdenden Mittel würden „umgehend und vollständig“ in den Ausbau und Unterhalt von Betreuungsplätzen fließen. Kinderbetreuung sei auch wirtschaftlich ein wichtiger Standortfaktor, sagte er. (3521/11.11.2025)