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Evangelische Studierendengemeinden im Rheinland befürchten ihr Aus

Das Ende für neun Standorte? Die Evangelischen Studierendengemeinden im Rheinland sehen sich von Sparplänen ihrer Landeskirche bedroht. Die äußert sich dazu nicht und verweist auf eine Entscheidung Mitte Januar.

Die Evangelischen Studierendengemeinden (ESG) im Rheinland machen in einer Petition gegen Sparpläne der rheinischen Landeskirche mobil. Die Studierenden werfen der Kirche vor, in einer geplanten Finanzstrategie 75 Prozent weniger Geld für die Studierendengemeinden vorzusehen. Das könne das Ende aller neun ESG-Standorte auf dem Gebiet der Landeskirche bedeuten, teilte die Aachener Studierendengemeinde am Dienstag mit. Betroffen wären Aachen, Bonn, Düsseldorf, Duisburg-Essen, Koblenz, Köln, Saarbrücken, Trier und Wuppertal.

Die Landeskirche erklärte auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) keine näheren Angaben zur Planung bezüglich der Studierendengemeinden machen zu können. Zwar habe die Landessynode, also das Kirchenparlament, im vergangenen Jahr Einsparungen im Haushalt von insgesamt 33 Millionen Euro bis 2030 beschlossen. Die genaue Finanzstrategie werde die Kirchenleitung aber erst auf der nächsten Synodentagung vom 16. bis 20. Januar in Bonn vorstellen. Erst dann werde konkret entschieden.

Ziel der Sparmaßnahmen sei es, die kirchliche Arbeit langfristig zukunftsfähig zu gestalten und unabhängiger von Kirchensteuereinnahmen zu werden, hieß es weiter. Für von möglichen Kürzungen Betroffene gebe es Gesprächsangebote; Stellungnahmen könnten in den laufenden Prozess eingebracht werden.

Nach Angaben der Landeskirche wurden im Jahr 2023 rund 2,9 Millionen Euro für die Hochschulgemeinden aufgewendet. Ohne Konsolidierungsmaßnahmen werde für 2030 ein Finanzbedarf von rund 3,8 Millionen Euro prognostiziert.

Die Studierendengemeinden befürchten den Verlust geschützter Räume sowie den Wegfall ökumenischer, rassismuskritischer und sozialer Angebote. Auch bezahlbarer Wohnraum könne verloren gehen. Eine mögliche Verlagerung der Arbeit in Kirchenkreise halten sie für unzureichend, da dort die notwendigen Strukturen fehlten.

Die Petition, die nach Angaben der Initiatoren derzeit rund 3.500 Unterstützer hat, soll bei der Synodentagung in Bonn übergeben werden. Zudem ist eine Demonstration gegen die Sparpläne geplant.