Evangelische Kirche setzt Reihe „Verständigungsorte“ fort

In Zeiten verhärteter Diskussionen und abreißender Gesprächsfäden will die evangelische Kirche Räume für den Dialog zur Verfügung stellen. Ihre Reihe “Verständigungsorte” empfindet sie als Erfolg und will sie fortführen.
Evangelische Kirche setzt Reihe „Verständigungsorte“ fort
Gerade im Wahljahr wollen Kirche und Diakonie Verständigung stärken. Ihre Initiative fördert Gespräche, wo Polarisierung zunimmt (Archivbild)
Imago / Revierfoto

Die evangelische Kirche und ihr Sozialverband Diakonie führen die vor der Bundestagswahl 2025 gestartete Initiative „Verständigungsorte“ fort. „Als Kirche bieten wir Räume, in denen Menschen reden, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung sind“, erklärte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs. Beide Organisationen zogen eine positive Bilanz der Kampagne.

Verständigungsorte bieten Räume für offene Debatten

EKD und Diakonie hatten vor gut einem Jahr die Reihe „Verständigungsorte“ gestartet, mit der sie Kirchengemeinden, evangelische Akademien und andere Einrichtungen dazu aufriefen, ihre Räume für kontroverse Diskussionen zu öffnen. Kern der Idee ist es, Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zum Austausch zusammenzubringen. Auch die Spitzen von EKD und Diakonie stellten sich Kontroversen. Fehrs diskutierte etwa in Potsdam über das Thema Aufrüstung, Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch nahm in Sachsen an einer Debatte über die Corona-Pandemie teil.

Bis Ende 2025 haben sich nach Angaben der Initiatoren mehr als 200 sogenannte „Verständigungsorte“ registriert, die auf dem Internetauftritt der Kampagne auf einer interaktiven Karte zu finden sind. Viele davon seien wiederkehrende Formate. Zur Fortführung der Reihe haben sich Kirche und Diakonie auch mit Blick auf die in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen entschieden.

Verständigungsorte stärken Zusammenhalt in Krisenzeiten

Gerade angesichts der Wahlkämpfe, in denen zugespitzt um politische Mehrheiten und Mandate gerungen werde, brauche es Orte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, hieß es. „Viele Menschen fühlen sich verunsichert durch Krisen, soziale Ungleichheit und große Veränderungen“, sagte Diakonie-Präsident Schuch. 

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